Hilden: Künstler stellt seine "Hahnsichten" vor

Hilden: Künstler stellt seine "Hahnsichten" vor

Bei der Kreispolizei sind Zeichnungen, Drucke, Fotomontagen, E-Paintings und Objekte von Dieter Prumbaum zu sehen.

Häufig bleiben Künstler ihrem Genre treu. Der Düsseldorfer Dieter Prumbaum jedoch hat bislang mehrere große Arbeitsphasen durchschritten und dabei Unterschiedliches geschaffen. Einen Querschnitt davon zeigt er nun in seiner Ausstellung "Hahnsichten" im Polizeipräsidium Mettmann.

Dieter Prumbaum wirkt wie einer dieser Menschen, die in ihrer zurückhaltenden, fast ein wenig schüchternen Art beeindrucken, die etwas leisten, aber nicht großartig dafür gelobt, geschweige denn in den Mittelpunkt gestellt werden möchten. Das aber muss man als Künstler, vor allem bei einer Vernissage, aushalten können.

"Wir freuen uns sehr, Ihre Werke hier in unserem farbenfrohen schönen Gebäude zeigen zu können", sagt Polizeisprecher Ralf Becker, und wendete sich dann mit einem schelmischen Lächeln an die anwesenden Gäste: "Wobei ich mich bei dem einen der anderen Bild frage, mit welchem Rotwein er sich wohl in Frankreich inspirieren ließ."

77 Exponate hängen im ersten Obergeschoss, die auffälligsten sind die sogenannten E-paintings: Farbenfrohe Fotomontagen, Bilder, die ausschließlich am Computer, also ganz ohne Leinwand und Pinsel entstehen. "Diese Werke zeigen die aktuelle Schaffensphase, in der ich mich derzeit befinde. Und in mir schlummern noch so viele Ideen, ich fühle mich nach wie vor im kreativen Steilflug", erklärt der Künstler mit ruhiger Stimme und freut sich über die positive Resonanz der Besucher auf die eigenwilligen Exponate. Tatsächlich haben viele Frankreichurlaube den 69-Jährigen inspiriert. Stets an seiner Seite: seine Ehefrau und Muse, die er während der Eröffnungsfeier immer wieder zwischendurch mit liebevollen Augen betrachtet.

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"Angefangen mit der Kunst habe ich vor langer Zeit. Ich habe mich auf den gallischen Hahn konzentriert, ihn stilisiert und heute ist er mein Markenzeichen geworden." Minimalistisch reduziert, erscheint dieser Hahn nun auf jedem seiner Werke, sei es Fotografie, ein Tuschebild oder Acrylmalerei. Lächelnd ergänzt der Düsseldorfer: "Ich gebe zu, einige der bizarren Ideen sind tatsächlich dem einen oder anderen Glas Rotweins zu verdanken."

Viele kleine Exponate hängen an den Wänden, zeigen Industriefotografien. Immer "hineinmontiert": das Hahnsymbol. "Ich finde das schon beeindruckend, wie vielseitig er arbeitet", schwärmt Jürgen Prumbaum. Der ältere Bruder des Künstlers ist extra zur Vernissage aus Berlin angereist. "Ich bin schon sehr stolz auf ihn." Affinität zu vielen Genres zeigt der Grafikdesigner, der beruflich für eine der größten Agenturen gearbeitet hat: von zarten Bleistiftskizzen bis zu popartigen Gestaltungen. Das deckt eine große Bandbreite ab. "Es sind immer Phasen, in denen ich mich einer speziellen Richtung widme", sagt Prumbaum und geht auf ein Ehepaar ein, das sich schlicht in eines der E-paintings verliebt hat. "Wir haben es gesehen und wussten beide sofort, dieses Bild hier, das muss zu uns", schwärmt die Langenfelderin über das Ausstellungsstück. "Wir wissen auch schon genau, wo es hinkommt."

Der Gatte nickt, der Kauf ist besiegelt. "Jetzt muss ich mich nur noch in Geduld üben", sagt die Frau und lacht, "es bleibt ja bis zum Ende der Ausstellung hier hängen, das sind ja noch einige Wochen."

Die Ausstellung "Hahnsichten" ist bis zum 25. April im Polizeipräsidium, Albert-Bach-Platz 1, zu besichtigen.

(RP)