1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden/Haan: Kreis mit mehr Gehör im Land

Hilden/Haan : Kreis mit mehr Gehör im Land

Sechs statt bisher nur vier Abgeordnete vertreten nun die Interessen des Kreises Mettmann im Düsseldorfer Landtag. Dies betrachtet auch CDU als positiv. Der Wahlverlierer hatte bislang alle vier Abgeordnete gestellt.

Kräftig gefeiert hat SPD-Kreisparteivorsitzende Kerstin Griese das überragende Wahlergebnis für die Sozialdemokraten am Sonntagabend in Mettmann und Velbert. Gestern früh musste sie allerdings schon wieder in Berlin sein. Heute steht die erste Fraktionssitzung an, außerdem tagt der Mettmanner Kreisvorstand der SPD. "Dann werden auch unsere vier neuen Landtagsabgeordneten vorgestellt. Weil sie alle aus dem Berufsleben kommen, müssen sie wegen ihrer neuen Aufgabe nun ihre Arbeit umorganisieren." Manfred Krick zum Beispiel räumt jetzt seinen Schreibtisch beim Düsseldorfer Grünflächenamt. Im Landtag will er bei der Klimawende mitarbeiten.

Griese war auch gestern noch begeistert vom Ausgang der Landtagswahl. "Er zeigt, dass die Städte im Kreis wieder Rot werden können", sagt die Bundestagsabgeordnete. "Und er zeigt, dass unser intensiver, bürgernaher Wahlkampf mit vielen Hausbesuchen die Menschen angesprochen hat."

Davon ist auch Kreisdirektor Martin Richter (CDU) überzeugt. "Frau Kraft ist mit ihrer authentischen Art bei den Wählern angekommen", sagt er. "Der CDU und auch Norbert Röttgen ist es dagegen nicht gelungen, ihre Themen richtig rüberzubringen."

  • Fotos : Landtagswahl: Gewinner und Verlierer in der Region
  • Haan : Kalte Dusche für die CDU
  • Hilden/Haan : SPD distanziert die CDU deutlich

Als stellvertretender Kreiswahlleiter (Landrat Thomas Hendele weilt im Urlaub) sieht Richter aber auch einen positiven Aspekt am Wahlausgang. "Vorher war der Kreis Mettmann nur mit vier Abgeordneten im Landtag vertreten, nun sind es sechs." Der Vorteil: "Jetzt habe ich sechs Ansprechpartner, die sich im Landtag für das Stärkungspaket für die Kommunen einsetzen können." Von den bisherigen vier CDU-Landtagsabgeordneten kam nur Wilhelm Droste über die Reserveliste wieder in den Landtag.

Hochstimmung herrscht dagegen bei der FDP. "Der Kreis Mettmann hat sich bei der Landtagswahl erneut als liberale Hochburg erwiesen", erklärt der Mettmanner Kreisvorsitzende Dirk Wedel, der als Abgeordneter den Kreis Mettmann im neuen Landtag vertreten wird. In allen zehn Städten des Kreises habe die FDP große Zugewinne erzielt und sei wieder drittstärkste politische Kraft im Kreis.

In Mettmann (14,1 Prozent), Haan und Ratingen (je 13,7 Prozent) seien die besten Ergebnisse erzielt worden. Erkrath, Hilden, Langenfeld, Heiligenhaus und Wülfrath lägen mit ebenfalls zweistelligen Ergebnissen weit über dem Landesdurchschnitt. Auch Wedel muss nun umdisponieren. Denn für sein Landtagsmandat wird er seine Stelle in der Informationstechnik im NRW-Justizministerium aufgeben müssen.

Die Grünen zeigen sich trotz einiger Verluste ebenfalls zufrieden. Man werde sich dafür einsetzen, dass im Rahmen der anstehenden Koalitionsverhandlungen mit der SPD insbesondere die Verhinderung der CO-Pipeline und des "Fracking" (Erdgasförderung in tiefen Gesteinsschichten), ein besserer Verkehrslärmschutz und ein Stopp des übermäßigen Flächenverbrauches aufgegriffen werden, kündigte Peter Knitsch, Vorsitzender der Kreisgrünen, an.

Sozialdemokratin Kerstin Griese hat heute Abend allerdings erst noch etwas anderes im Blick: Fußball. "Ich werde mir das Relegationsspiel von Fortuna Düsseldorf anschauen", sagt sie.

(RP/url)