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Kreis Mettmann sucht nach Räumen für Corona-Diagnosezentrum

Coronavirus : Kreis sucht nach Räumen für Corona-Diagnosezentrum

Obwohl das Virus bislang bei keinem Patienten nachgewiesen werden konnte, trifft der Kreis Vorbereitungen für den wohl unausweichlichen Ernstfall.

Der Kreis Mettmann prüft die Einrichtung eines Corona-Diagnosezentrums für die Region. Dafür hält das Kreisgesundheitsamt momentan nach geeigneten Räumlichkeiten Ausschau, bestätigt Landrat Thomas Hendele. „Die Anforderungen an die Räume sind nicht besonders hoch“, erklärt er. Daher gehe er davon aus, dass die Suche bald erfolgreich beendet sein werde.

Um den Betrieb des Zentrums kümmere sich der Kreis jedoch nicht, das übernehme die Kassenärztliche Vereinigung. „Die Gespräche laufen parallel“, berichtet Hendele. Ob und wann ein Diagnosezentrum letztlich eingerichtet werde, liege bei dem Mediziner-Verband. „Dass wir die passenden Räumlichkeiten anbieten können, sollte es für die Kassenärztliche Vereinigung leichter machen“, sagt der Landrat. Für den Kreis wäre eine schnelle Einrichtung „wünschenswert“. In den Corona-Diagnosezentren in Düsseldorf und Köln können sich Patienten mit den typischen Symptomen melden und werden vor Ort untersucht. Damit entlasten die Zentren die niedergelassenen Ärzte und die Krankenhäuser.

In den kreisangehörigen Städten konnte das Coronavirus bislang bei keinem Patienten nachgewiesen werden, erklärt Hendele weiter: „Aber wir müssen jederzeit damit rechnen.“

In Hilden ist der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) am vergangenen Donnerstag anlässlich der Gefahr durch die Ausbreitung des Coronavirus’ erstmals zusammengekommen. Der Stab setzt sich zusammen aus Vertretern des Verwaltungsvorstandes, der Feuerwehr, des Ordnungsamtes, der Öffentlichkeitsarbeit und der IT und wird je nach Situation um weitere Fachkräfte ergänzt. Der SAE unterstützt die zuständige Gesundheitsbehörde, den Kreis Mettmann, auf kommunaler Ebene, erklärt Stadtsprecherin Henrike Ludes-Loer. Die Entscheidung, Schulen oder Kitas zu schließen, trifft der Kreis Mettmann. „Sollte der Kreis entscheiden, städtische Gebäude wie zum Beispiel Schulen oder Kindergärten zu schließen, muss die Verwaltung diese Anordnung unverzüglich umsetzen. Deshalb hat der SAE sichergestellt, dass dies auch am Wochenende und abends möglich ist“, erklärt Henrike Ludes-Loer weiter.

Städtische Einrichtungen wie Bürgerbüro, Stadtbücherei und Musikschule haben momentan alle geöffnet, da es noch keinen Verdachts- oder Krankheitsfall bei den Mitarbeitern gibt. „Sollte sich die Situation ändern, informiert die Verwaltung unter wwww.hilden.de/corona“, erklärt die Stadtsprecherin. „Grundsätzlich gilt: Der SAE versucht in jedem Fall, den Verwaltungsbetrieb so gut wie möglich aufrecht zu erhalten.“ Das Hauptamt hat deshalb in einer Mail an alle häufiges und gründliches Händewaschen empfohlen. „Außerdem hat die Betriebsärztin nahegelegt, auf das Händeschütteln zu verzichten“, erklärt Henrike Ludes-Loer.

Auf öffentliche Veranstaltungen hat das Coronavirus bislang keine Auswirkungen. „Derzeit besteht in Hilden kein Anlass, Veranstaltungen abzusagen, da es weder Krankheits- noch Verdachtsfälle gibt. Großveranstaltungen mit viel Publikum aus anderen Städten wie die Jazztage oder der Frühlingsmarkt sind für die nächsten Wochen ohnehin nicht geplant“, erklärt die Stadtsprecherin.

Wenn Sie unter Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber leiden sowie möglicherweise Kontakt zu einem Corona-Patienten hatten, gehen Sie bitte zum Arzt. Rufen Sie aber vorher unbedingt in der Praxis an, damit sich das Personal entsprechend vorbereiten kann. Fragen beantworten die Mitarbeiter der Coronavirus-Hotline des NRW-Gesundheitsministeriums, Telefon 0211 8554774.