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Kreis Mettmann: Neuer Corona-Walk-in soll Praxen entlasten

Kreisgesundheitsamt reagiert : Neuer Corona-Walk-in soll Praxen entlasten

Anfang November eröffnet ein Privatunternehmen in Ratingen ein Test-Center in Containern. Dort kann sich jeder Bürger aus dem Kreis Mettmann schnell und unkompliziert auf Corona testen lassen – ohne Termin.

Der Kreis Mettmann richtet in Ratingen am Bahnhof neben der Fahrradstation ein so genanntes Corona-Walk-in  ein. Das bestätigt Kreis-Sprecherin Daniela Hitzemann unserer Zeitung. Dort kann sich jeder, der möchte und aus dem Kreis Mettmann stammt, schnell und unkompliziert auf Corona testen lassen – ohne Termin. Das Ergebnis des Rachenabstrichs erhalten die Getesteten in der Regel innerhalb von 24 bis 36 Stunden nach Laboreingang per App. Auch ein ärztliches Zeugnis kann bei Bedarf ausgestellt werden.

Das neue Test-Center in Containern betreibt ein spezialisiertes Privatunternehmen. Es soll voraussichtlich Ende kommender Woche an den Start gehen und von montags bis samstags geöffnet sein. Bei entsprechender Nachfrage gebe es die Option, ein weiteres Corona-Walk-in im Süden den Kreises einzurichten, sagte HItzemann. Alle weiteren Details gibt der Kreis noch bekannt, hieß es.

In Düsseldorf betreiben Fachfirmen bereits zwei Corona-Walk-ins für Jedermann am Flughafen und am Hauptbahnhof. Und die Nachfrage ist offenbar riesig. Ein Test kostet rund 75 Euro für Selbstzahler, die nur per EC-Karte beglichen werden können. Bei gut der Hälfte der Kunden zahlt die Krankenkasse den Test, die anderen sind Selbstzahler.

Der Kreis betreibt in Hilden (auf der Bezirkssportanlage Am Bandsbusch) und in Ratingen zwei „Drive-in-Probeentnahmestellen“. Dort werden Personen aber nur auf Veranlassung des Gesundheitsamtes auf das Coronavirus im Auto getestet. Für alle anderen, etwa Menschen mit Symptomen, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden oder Mitarbeiter von Schulen und Kitas sind die Praxen von niedergelassenen Ärzten zuständig. Das neue Corona-Walk-in soll sie entlasten.

Das Kreisgesundheitsamt ist angesichts der sprunghaft angestiegenen Infektionszahlen nicht mehr in der Lage, alle Kontakte zurückzuverfolgen. Deshalb werde kontinuierlich zusätzliches Personal eingestellt, sagte die Kreissprecherin: „Wir tun alles, um die Rückstände aufzuarbeiten. Die Kollegen arbeiten alle am Limit – auch am Wochenende.“ Das Gesundheitsamt habe sich bereits mit rund 30 Mitarbeitern aus der Kreisverwaltung verstärkt. Jeden Tag gebe es 70 bis 100 neue Fälle, verbunden mit einem Rattenschwanz an Kontaktpersonen. „Das kann man sich leicht ausrechnen“, sagte die Kreissprecherin: „Das Gesundheitsamt muss jeden Tag hunderte Menschen abtelefonieren.“ Deshalb wolle der Kreis jetzt auch die Bundeswehr um Amtshilfe bitten.

Um all die Mitarbeiter unterzubringen, habe das Gesundheitsamt auch schon Fraktionssäle im Kreishaus in Mettmann belegt. „Wir nutzen in den Gebäuden, die uns zur Verfügung stehen, jede Möglichkeit, die sich uns bietet“, so die Kreissprecherin. Was es kostet, werde bezahlt, habe die Landesregierung versprochen. Darauf vertraue die Kreisverwaltung.