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Kreis Mettmann: Kreis ist klamm: Städte zahlen drauf

Kreis Mettmann : Kreis ist klamm: Städte zahlen drauf

Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung zu sein. Der Kreis bleibt schuldenfrei, der Haushalt ist erstmals seit 2011 ausgeglichen. Die Wirtschaft boomt, und in den zehn Städten des Kreises gibt es so viele Arbeitsplätze wie nie zuvor. Doch der erste Blick trügt. Schon im August ist der Kreis mit fünf Millionen Euro in die Miesen gerutscht, vorgesehen war gerade einmal eine Million Euro.

Das hat jetzt Auswirkungen. Die Kreisumlage muss um 2,4 Prozent erhöht werden, sagten Landrat Thomas Hendele und Kreiskämmerer Martin Richter bei der Einbringung des Haushalts im Kreistag gestern. Monheim muss als Hauptzahler 118,41 Millionen Euro abführen, 1,7 Millionen mehr als zunächst veranschlagt. Hilden muss 1,17 Millionen Euro mehr zahlen.

Hartz IV In den zehn Städten gibt es 19.000 so genannte "Bedarfsgemeinschaften". Dahinter verbergen sich 27.000 Bürger. Rund 7000 von ihnen arbeiten zwar, brauchen aber als "Aufstocker" noch Geld vom Staat. Der Kreis übernimmt in diesem Fall die Warmmiete. Insgesamt zahlt der Kreis im Jahr 100 Millionen Euro für die Kosten zur Unterkunft. Noch nicht eingerechnet sind Flüchtlinge.

Geplante Einsparungen Der Kämmerer spart 2,5 Millionen Euro. So wird die Museumsnacht nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Beim Masterplan Neandertal werden alle Projekte (neue Brücke über die Düssel) gebaut, doch Grundstücke in Erbpacht beansprucht. Weniger Geld gibt es auch für das Jubiläum des Kreises Mettmann, der 2016 genau 200 Jahre alt wird. Um ein Jahr verschoben wird der Bau des Neandertalhofs in Erkrath.

(wie)