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Hilden: Konzern Vion bietet Mitarbeitern Abfindungen an

Hilden : Konzern Vion bietet Mitarbeitern Abfindungen an

Nachdem Vion Anfang Juni verkündet hatte, seinen Hildener Standort um rund die Hälfte zu verkleinern, hat die Geschäftsführung in der Zwischenzeit mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verabredet, berichtet Dieter Schormann von der Gewerkschaft "Nahrung Genuss Gaststätten" (NGG).

"Zurzeit werden mit den Mitarbeitern Gespräche geführt, ob sie bereit sind, gegen eine Abfindung ihre Stelle aufzugeben", sagt der Gewerkschafts-Geschäftsführer der Region Düsseldorf/Wuppertal. "Sollten zu wenige die Abfindungen akzeptieren, wird es darüber hinaus betriebsbedingte Kündigungen geben."

Rund 500 Männer und Frauen sind in Hilden für den Schlachtkonzern tätig — zum einen bei Vion selbst, zum anderen über Subunternehmer. Die eigenen Beschäftigten hatte das Unternehmen in einer Betriebsversammlung informiert, dass der Schlachtbetrieb zwei der drei Hildener Gebäude am Westring — nämlich die beiden angemieteten — nicht weiter betreiben werde, weil sie überdimensioniert seien. Einem Unternehmenssprecher zufolge werden von den angemieteten 20 000 Quadratmetern nur 40 Prozent genutzt. Deshalb verlege man die Produktion von Halbfertig- und Fertigprodukten in eigene Immobilien in Großostheim, Weimar und Badbergen, den "Internationalen Fleischhandel" nach Hamburg. Der Werkverkauf, in dem Wurst und Fleisch angeboten wird, schließt ebenfalls.

Insgesamt werden dadurch am Westring 95 Arbeitsplätze bei Vion Food selbst sowie 160 weitere bei Fremdfirmen wegfallen. Übrig bleibt dem Konzern zufolge etwa die Hälfte: rund 100 Stellen bei Vion und 170 Stellen bei Subunternehmen. "Die Stimmung im Betrieb ist sehr gedrückt", weiß Dieter Schormann. "Es ist natürlich auch eine schwierige Situation für den Betriebsrat." Glücklich sei man nicht damit. "Allerdings waren die vergangenen Monate eine Hängepartie. Jetzt herrscht zumindest Klarheit." Es sei auch nicht das erste Mal, dass der Schlachtkonzern Stellen streiche. "In den letzten zehn Jahren gab es immer wieder einen Arbeitsplatzabbau. Das ist nicht gut für den Standort Hilden." Wie es weitergehe, stehe noch nicht fest. "Vion hat zugesichert, dass die restlichen Arbeitsplätze jetzt bleiben sollen." Der Gewerkschafts-Geschäftsführer rechnet damit, dass spätestens Ende August eine Übersicht bei Vion vorliegt, wer freiwillig mit einer Abfindung gehe und wem gekündigt werde.

(RP)