Kommentar Roller haben echte Chance

Meinung · Ein Kommentar.

  tobias.dupke@rheinische-post.de

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Foto: Melanie Zanin

Fahren Sie noch oder scooten Sie schon? Das Angebot der Firma Bird wirkt im ersten Moment ein wenig deplatziert: Mietbare Elektroroller in Hilden? In einer Mittelstadt, auf deren Straßen solche Stromflitzer auch sonst kaum zu sehen sind? Die ein recht gut ausgebautes ÖPNV-Netz hat?

Trotzdem könnte die Testphase erfolgreich sein und die Roller schon bald zum festen Bestandteil des Hildener Straßenbildes werden. Denn der Trend geht weg vom eigenen Auto hin zu Alternativen. Das kann das Fahrrad sein, für dessen Nutzer noch in diesem Jahr mehrere Fahrradstraßen eingerichtet werden sollen. Das kann Carsharing sein, bei dem sich viele Menschen ein Auto teilen. Das kann aber auch der ÖPNV sein. Wer auf die Linie 782, 784 oder O3 setzt, kennt die Tücken des öffentlichen Personennahverkehrs: Mal ist der Bus unpünktlich, mal ist man selbst unpünktlich. Wenn nur noch die O3-Rücklichter zu sehen sind, könnte der E-Scooter eine echte Alternative zum Warten sein.

Diese Nische allein wird aber nicht zum Erfolg führen. Eitelkeit könnte ein weiterer Baustein auf dem Weg zum Erfolg sein: Ein E-Scooter hat immer noch eine gewisse Wirkung. Wer damit durch die Straßen fährt, zieht die Blicke auf sich. Und nicht zuletzt macht es bestimmt auch Spaß, mit den Scootern durch Hilden zu düsen.

Wichtig für die Akzeptanz: Die Elektroroller dürfen nicht wild geparkt werden oder gar in der Itter landen. Mal schauen, wie gut das klappt.

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