Hilden : Sollte sich Verdacht erhärten, muss der Lehrer gehen

Zunächst gilt die Unschuldsvermutung. Sollte sich der Verdacht bestätigen, muss die Kirche harte Konsequenzen ziehen.

Die Evangelische Kirche hat abgewogen, ob die Beurlaubung des Lehrers der richtige Schritt ist oder nicht. Und sie hat sich dagegen entschieden. Schulaufsicht und Schulleitung liegen mit Sicherheit Informationen vor, die sie dazu bewegt haben. Für Außenstehende mag diese Entscheidung nicht nachvollziehbar sein, vor allem angesichts der gleichlautenden Zeugenaussagen von Mitschülern, die den Vorfall im Wesentlichen bestätigen. Die Entscheidung macht aber Sinn, so lange die Staatsanwaltschaft noch kein abschließendes Ergebnis vorgelegt hat. „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist“, heißt es in Artikel 11 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO. Und das ist ein hohes Gut.

Sollten die Staatsanwaltschaft und später ein Gericht jedoch zu dem Ergebnis kommen, dass dieser ungeheuerliche Satz so gefallen ist, muss der Schulträger harte Konsequenzen ziehen, dann hat der Lehrer nichts mehr an einer Schule verloren. In einem Deutschland mit dieser Vergangenheit darf so eine Entgleisung nicht ungesühnt bleiben. Niemand sollte mit so einer Gesinnung Kindern Wissen vermitteln. Und „herausrutschen“ darf so ein Satz ebenfalls niemandem.