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Hilden: Kommentar: Neue Chance?

Hilden : Kommentar: Neue Chance?

Im Juli, als der Stadtrat den Beschluss zum Schulstandort Beethovenstraße vertagte bis zur Änderung des Schulgesetzes, hatte Dagmar Schmid, damals noch Leiterin der Reichwein-Schule, im Gespräch mit der Redaktion der Verbundschule "keine Chance" eingeräumt.

Sie löse nicht das "Problem der vollen Migrantenklassen". Schmid ging davon aus, "dass Eltern mit Migrationshintergrund ihre Kinder nicht in eine Schule mit katholischem Dach schicken" würden. Äußerungen, die nicht unbedingt von großer Kooperationsbereitschaft zeugten. Schmid hat in Hilden das Handtuch geworfen; sie leitet nun eine Gemeinschaftsgrundschule in Düsseldorf. Die Reichwein-Leiterin und Verena Bönte, Leiterin der Kolping-Schule, konnten nicht miteinander, das war ein offenes Geheimnis.

Vielleicht ist ja mit Schmids Weggang zwischen den beiden Kollegien ein Neuanfang möglich. Dass die Zusammenarbeit in einer Verbundschule funktionieren kann, müssen Lehrer und Eltern beider Schulen schlüssig unter Beweis stellen, bevor die Politik entscheidet. Das hat Schulrätin Jeanette Völker deutlich gemacht. Beide Seiten müssen sich klar darüber sein, dass eine katholische und eine Gemeinschafts-Grundschule im Hildener Norden nur erhalten werden können, wenn alle an einem Strick ziehen.

Was jetzt am meisten schaden würde, wäre ein Verunsicherung der Eltern, die ihre Kinder für das Schuljahr 2012/13 an einer der beiden Schulen anmelden möchten. Fast möchte man beiden Seiten mit auf den Weg geben, was Schüler oft von Lehrern und Eltern hören: "Vertragt Euch!"

(RP)