1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: Knöllchen fürs Parken gehen ins Geld

Hilden : Knöllchen fürs Parken gehen ins Geld

Je länger die Parkzeit überschritten wird, um so teuer wird es. Parkhäuser sind eine günstige Alternative.

Der Besucher aus Düsseldorf hatte alles richtig gemacht. Als er seinen Wagen auf dem Parkplatz Robert-Gies-Straße neben der Hauptpost abstellte, zog er ein Parkticket, und legte es hinter die Windschutzscheibe. Als der Mann zu seinem Wagen zurückkehrte, fand er ein Knöllchen über 20 Euro vor. Begründung: Überschreitung der Parkzeit um 65 Minuten. Ein bisschen happig, fand der Parksünder.

Die Staffelung der Verwarngelder sei kein Hildener Landrecht, sondern eine bundeseinheitliche Regelung, sagt dazu Ordnungsamtsleiter Michael Siebert. Die Bußgeldverordnung für Parkzeitüberschreitungen wurde zum 1. April geändert.

Und so sieht die Regelung im Einzelnen aus: Parken ohne Parkschein kostet 10 Euro. Zehn Euro werden ebenfalls fällig, wenn die Parkzeit bis zu 30 Minuten überschritten wird. Danach wird es teurer: Überschreitung bis zu einer Stunde 15 Euro, bis zu zwei Stunden 20 Euro, bis zu drei Stunden 25 Euro, über drei Stunden 30 Euro.

Das wird auch in Bochum so gehandhabt, bestätigt Sprecherin Annika Vößing. Und in Dortmund auch. "Das ist ein bundeseinheitlicher Bußgeldkatalog", erklärt Hans-Joachim Skupsch von der Pressestelle der Stadt Dortmund: "Er gilt in Schleswig-Holstein genau so wie in Dortmund. Da haben wir keinen Ermessensspielraum."

  • Knöllchen-Statistik für die Region
  • Hilden/Langenfeld : Falschparken wird deutlich teurer
  • Hilden : Das sind die wahren Falschparker

Darf man mit Knöllchen an der Windschutzscheibe eigentlich weiter parken — "bezahlt" hat man ja schon? Keine gute Idee, erklärt Siebert. Kommt eine der neun Politessen der Stadt (allesamt Teilzeitkräfte) ein zweites Mal an dem Falschparker vorbei, gibt es eine Art "Verlängerungsknöllchen". Beispiel: Die Parkzeit wurde um 35 Minuten überschritten, der Parker erhielt ein 15-Euro-Knöllchen. Zwei Stunden später kommt die Politesse bei ihrer Runde durch die Innenstadt ein zweites Mal vorbei. Sie nimmt das alte Knöllchen mit und stellt ein neues über 25 Euro (Parkzeitüberschreitung 155 Minuten) aus.

Wer das auf jeden Fall vermeiden will, hat eine einfache Alternative: Er stellt seinen Wagen in einem Parkhaus ab. Bezahlt wird dort erst bei der Ausfahrt: Deshalb ist eine Überschreitung der Parkzeit wie bei den oberirdischen Parkplätzen ausgeschlossen.

In der Hildener Innenstadt gibt es so viele Parkhäuser, dass man zu jeder Tageszeit einen Parkplatz findet, beispielsweise im weniger bekannten Parkhaus Südstraße. Im neuen Itter-Karree (Zufahrt über die Robert-Gies-Straße) kann man schon für drei Euro den ganzen Tag lang parken. Das ist allemal günstiger als ein Knöllchen für zehn Euro zu riskieren (Parkenzeitüberschreitung bis 30 Minuten).

Der Bürgerverein Hilden Meide hatte jüngst die Hildener Parkhäuser getestet. Ergebnis: Keine der Parkgelegenheiten ist perfekt, aber es gibt deutliche Qualitätsunterschiede. Testsieger war die Sparkassen-Tiefgarage. Am schlechtesten schnitt die dunkle, teure und nach Urin müffelnde Tiefgarage Bismarckpassage ab.

Große Einnahmen erzielt die Stadt Hilden mit der Überwachung des ruhenden Verkehrs nicht, betont Kämmerer Heinrich Klausgrete. Im Haushalt 2013 hat er 340 000 Euro an Bußgeldern eingeplant, 10 000 weniger als 2012 und sogar 50 000 Euro weniger im Jahr 2011 eingenommen. Dem stehen allein 387 000 Euro in diesem Jahr an Personalkosten gegenüber. Als Ergebnis rechnet Klausgrete mit einer Einnahme von knapp 99 000 Euro aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs. Intensive Kontrollen führten nicht zu höheren Einnahmen, hat Siebert festgestellt: "Wir überwachen den Verkehr, weil das ein gesetzlicher Auftrag ist, wir sonst ein Verkehrschaos hätten und durch unsere Arbeit der ständig knapper werdende Parkraum besser genutzt werden kann."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Parkplatzverschwender: Falschparker in der Region

(RP)