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Kitas in Hilden und Haan​: Auf dem Weg zum schwersten Kürbis​

Kitas in Hilden und Haan : Auf dem Weg zum schwersten Kürbis

Die Aktion findet alle zwei Jahre in Kitas und Schulen statt. 93 Einrichtungen nehmen teil. Es geht um Abfall, Kompost und Gartenarbeit. Und eine Kita aus Haan hat schon jetzt ein schweres Exemplar vorzuweisen.

Karl ist schon auf dem Weg zu den Feigen. Die rot-gelbe Gießkanne ist von seiner rechten Hand umschlungen, mit dem linken Zeigefinger gibt er vor, wo es hingehen soll. An dem Zelt aus Ranken vorbei direkt hinter das kleine Gartenhäuschen. Da steht der Feigenbaum. Karl senkt die Kanne ab und gießt. Den eigentlichen Grund für das Treffen an diesem Tag hat er bereits hinter sich gelassen. „Hab schon gegossen“, sagt der Zweijährige mit Blick auf den großen Kürbis direkt an den Fenstern der Katholischen Kindertageseinrichtung St. Chrysanthus und Daria an der Breidenhofer Straße in Haan.

Die Einrichtung nimmt teil an einem Wettbewerb des Kreises Mettmann. Vom Kompost zum Kürbis heißt der. Beatrice Waldapfel, die Abfallberaterin des Kreises und Organisatorin des Projekts, hat Anfang des Jahres 300 Einrichtungen angeschrieben, 93 Schulen, Kitas und Angebote des offenen Ganztages sind jetzt dabei. „Von uns gab es dann eine Broschüre, Kürbissamen und Kompost aus der Ratinger Anlage“, sagt Waldapfel.

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Die Kinder haben die Samen eingepflanzt und sind auch für das Gießen zuständig. Das machen sie jeden Tag. „Als wir vor drei Wochen in die Ferien gegangen sind, war der Kürbis noch ungefähr so groß“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Andrea Lukaschewski, und formt mit ihren beiden Händen eine Kugel in der Luft. So groß wie ein Schneeball. Nach drei Wochen liegt jetzt ein Fünf-Kilo-Brocken vor ihren Füßen auf dem Boden. Die Frucht hat sich entschieden den Weg aus dem Hochbeet mit dem guten Kompostboden auf den harten Asphaltweg davor zu nehmen. Dem Wachstum hat das keinen Abbruch getan.

Und das ist gut so, denn am Ende gewinnt, wer den schwersten Kürbis hat. Und die Haaner Einrichtung ist kein unbeschriebenes Blatt. 2020, als der Wettbewerb das letzte Mal stattfand, belegte man den zweiten Platz. 17,2 Kilogramm wog das Exemplar damals. Das Familienzentrum Mühle in Hilden konnte 2016 mit 24 Kilo sogar den ersten Platz feiern. Etwas Zeit haben die Kinder aber noch, bis die Beauftragten der Städte Anfang September zum Wiegen kommen. Darum haben sich auch Marie und Antonia, beide zwei Jahre alt, noch einmal Gießkannen mitgenommen und gönnen dem Kürbis etwas mehr Wasser.

„Wir wollen mit dem Ganzen die Verbreitung der Biotonne fördern“, sagt Beatrice Waldapfel vom Kreis. Auch die eigene Kompostierung zu Hause sei eine einfache und sinnvolle Verwertung von beispielsweise Essensresten. Die Kinder sollen die Ideen aus den Kindertagesstätten mit in die Familien tragen. Als Multiplikatoren. „Das Thema Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren auch bei uns an Wichtigkeit gewonnen“, sagt Lukaschewski.

Antonia ist mittlerweile fertig, so eine Pflanze braucht irgendwann ja auch Ruhe. Sie macht sich auf den Weg zum Sandkasten, wo Karl gerade dabei ist, die Matsch-Kuhlen zu wässern. Für heute haben die beiden genug gegärtnert. Morgen geht’s weiter. Und das bisherige Ergebnis kann sich ja auch schon sehr gut sehen lassen.