Kinderparlament Hilden eröffnet neue „Notinsel“

Anlaufstelle : Darum sind die „Notinseln“ so wichtig

Bei einer Notlage können sich Mädchen und Jungen jetzt auch an die Großtagespflege Abenteuerland an der Hoffeldstraße 70 wenden.

Die Großtagespflege „Abenteuerland“ an der Hoffeldstraße 70 hat sich um den Titel „Kindernotinsel“ beworben. Jolina, Hyatt und Hannah vom Kinderparlament haben sich deswegen dort ganz genau umgeschaut, um zu prüfen, ob sie die Plakette vergeben können.

Notinseln sind ein Netzwerk von Anlaufstellen, in denen Kinder bei Gefahr Zuflucht finden. Ob sie von Fremden angesprochen oder von Mitschülern  drangsaliert werden, sich verlaufen haben oder Unterstützung nach einer Verletzung brauchen – die Notinsel hilft weiter. Seit 2008 betreut das Kinderparlament das Projekt Notinsel in Hilden.

Bevor es die Plakette gibt, werden die Kinder zunächst das Abenteuerland auf Herz und Nieren prüfen, denn es gilt verschiedene Kriterien zu erfüllen: Zum einen muss eine Notinsel zu regelmäßigen Öffnungszeiten frei zugänglich sein. Ein Kind in Not soll nicht vor verschlossenen Türen stehen. Außerdem sollen die Geschäftsräume von der Straße aus einsehbar sein, damit das schutzsuchende Kind sich in der Notinsel auch sicher fühlt. Es müssen immer zwei Personen in den Geschäftsräumen anwesend sein.

Susanne Hentschel von der städtischen Jugendförderung, die das Kinderparlament betreut, erklärt, worauf es ankommt: „Wir legen Wert darauf, dass kein Kind abgewiesen wird.“ Egal, wie groß das Problem ist – das Kind soll sich ernst genommen fühlen. In Notfällen stellen die Ansprechpartner/innen der Notinsel Kontakt zu Polizei, Jugendamt oder Schule her. Über den Vorfall wird auf jeden Fall Stillschweigen bewahrt.“

Nachdem Jolina, Hyatt und Hannah die Räume in Augenschein genommen haben, arbeiten sie ihren Fragenkatalog ab. Zunächst wollen sie wissen: „Warum wollt Ihr Notinsel werden?“ Sabine Heil-Ackermann, Gründerin des Abenteuerlandes antwortet: „Unsere Räume liegen am Schulweg und wir sehen häufig Jungen und Mädchen hier vorbeikommen. Ein paar Mal haben sich Kinder auch schon Hilfe suchend an uns gewandt – sie hatten Durst oder brauchten ein Pflaster. Wir möchten gerne zeigen, dass wir im Ernstfall da sind.“

Auch die Fragen nach den Mitarbeiterinnen (vier, zwei davon sind immer anwesend) und den Öffnungszeiten (7 bis 17 Uhr) beantwortet das Abenteuerland-Team zur Zufriedenheit des Kinderparlaments.

Die Kinder haben genug gehört. Die Großtagespflege Abenteuerland erscheint ihnen als Kindernotinsel durchaus geeignet. Nun gilt es noch, den Vertrag zu unterschreiben, einige Dokumente mit Handlungsanweisungen und Telefonnummern für den Notfall werden ausgetauscht und dann kommt der feierliche Moment: Die Plakette „Kindernotinsel“ wird gut sichtbar an die Eingangstür geklebt. Das Abenteuerland ist offiziell Anlaufstelle für Kinder in Not.

Im Juni 2008 wurde das Projekt „Notinsel“ in Hilden eingeführt – die Itterstadt war die 18. von inzwischen 59 Notinsel-Städten in NRW. Die Idee stammt von der Stiftung Hänsel und Gretel  mit Sitz in Karlruhe. Laut Stiftung werden mit den „Kindernotinseln“ rund 2,2 Millionen Kinder erreicht in  241 Städten und Gemeinden. Rund 19.000 Geschäfte machten bei der Aktion mit.