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Hilden: Kinder machen Kommunalpolitik

Hilden : Kinder machen Kommunalpolitik

Für ihr einjähriges Engagement wurden die 50 Kinderparlamentarier am Dienstag mit Eis und Urkunden belohnt. Vorher wurde in der großen Sitzung aber noch intensiv gearbeitet. Bürgermeister lobt Engagement der Acht- bis 13-Jährigen, von denen viele wieder kandidieren werden.

Wo sich sonst die Kaffeetassen und Ratsunterlagen stapeln, versüßten gestern Weingummi und Obst die Sitzung. Rund 50 Acht- bis 13-Jährige — von ihren Müttern auf der Besucher-Tribüne beäugt — hatten sich zur 30. Sitzung des Kinderparlaments im Bürgerhaus eingefunden.

Für die aktive Gestaltung ihrer einjährigen Legislaturperiode erhielten die jungen Politiker nicht nur ein Eis und eine Urkunde, sondern auch ein dickes Lob vom Bürgermeister. "Euer Einsatz hat sich gelohnt", verwies Sitzungsleiter Horst Thiele auf zahlreiche KiPa-Anträge, die sich wenig später auch im Jugendhilfe- oder Stadtentwicklungsausschuss wiederfanden.

Zwei Drittel bleiben hängen

Seit sieben Jahren koordiniert Susanne Zwiener die Arbeit des bereits 1997 gegründeten Mitbestimmungsgremiums, für das sich zu Beginn eines neuen Schuljahres regelmäßig an die 70 Kinder, darunter viele "Wiederholungstäter", zur Wahl stellen.

"Etwa zwei Drittel bleiben anschließend im Jugendparlament hängen", freut sich die Jugendförderin. Zehn Kinder, die in diesem Jahr besonders fleißig mitgearbeitet hatten, durften im April als Dankeschön in die tschechische Partnerstadt Nove Mesto reisen, um dem dortigen Kinderparlament einige Tipps zu geben.

Wie Basis-Demokratie aussieht, konnten die Verwaltungsvertreter auch am Dienstag wieder erleben: 13 Anträge hatten die vier Arbeitskreise gesammelt, deren Sprecherinnen Sarah Busch (Umwelt / Verkehr), Robin Solinus (Spielplätze), Anna-Maria Szypulka (Schule) und Isabell Mori (Öffentlichkeit) überdies von Projekten der letzten sechs Monate berichteten.

Und das höchst professionell — mit Power-Point-Präsentationen zum Landtag-Besuch, Dreck-weg-Tag oder Klimaknöllchen, Filmen über die Anti-Raser-Aktion am Schlehenweg und eine Umfrage über Hildens Familienfreundlichkeit am Warrington-Platz. Gut kam auch der Comic "Toiletten-Drama" an, der künftig in allen Schultoiletten die Nutzer zu mehr Eigenverantwortung motivieren soll. "Denn selbstreinigende Toiletten", berichtet AK-Mitglied Liven von ihrer Recherche, "sind viel zu teuer".

Mike Dörflinger lobte vor allem den AK Spielplätze, der zwei Mal pro Woche das Spielmobil begleitet und Anregungen der jungen Nutzer notiert. Der Jugendförderer beantwortete Anträge und Anfragen ebenso wie der städtische Spielplatz-Chef Peter Nortrup, Jugenddezernent Reinhard Gatzke und Horst Thiele ("Warum wollten Sie eigentlich Bürgermeister werden, Herr Thiele?" — Antwort: "Weil Herr Scheib es nicht mehr sein wollte.").

Am Ende der Legislaturperiode fährt das gesamte Kinderparlament auf Abschlussfahrt — in diesem Jahr am 19. Juli ins Odysseum Köln mit anschließender Grillparty im Jueck.

(RP)