1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: Kesselsweier: Altes Gut denkmalwürdig

Hilden : Kesselsweier: Altes Gut denkmalwürdig

Landeskonservator und Untere Denkmalbehörde haben die ehemalige Gutsanlage gemeinsam begutachtet.

Rita Herzfeld ist die Vertreterin der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Hilden. Gemeinsam mit dem Landeskonservator hat sie die ehemalige Gutsanlage am Kesselsweier (errichtet zwischen 1880 und 1895) besichtigt. "Die Ausstattung im Inneren ist hervorragend erhalten", berichtet sie: "Das ist ein Denkmal." Vorausgesetzt, Stadtentwicklungsausschuss und Stadtrat stimmen zu. Das Gutsgebäude und den ehemaligen Kuhstall hat die Luftsportgemeinschaft Kesselsweier langfristig über Erbbaurecht von der Stadt Hilden gepachtet. Mit viel Engagement hatten die Vereinsmitglieder die Gebäude umfassend saniert. 2008 musste der Flugbetrieb eingestellt werden, weil die Startbahn zu kurz ist. Seitdem sucht die Luftsportgemeinschaft einen Käufer — bislang vergebens.

Der Denkmalschutz könnte dabei durchaus hilfreich sein. Denn steuerliche Abschreibungen für die Eigentümer sind ein wichtiges Hilfsmittel, um Denkmale zu erhalten. Das ehemalige Gut liegt mitten in einem Naturschutzgebiet. Deshalb hat neben der Stadt Hilden als Eigentümerin auch der Kreis Mettmann als Naturschutzbehörde ein Mitspracherecht bei der künftigen Nutzung.

  • Mitarbeiter der Hospizbewegung wie Koordinatorin Thanja
    Tag der offenen Tür in Hilden : Hospizbewegung stellt Aktivitäten vor
  • Der Anwohner des Theodor-Storm-Wegs in Solingen
    Marodes Bauwerk zwischen Hilden und Solingen : Eine Brücke, für die keiner zuständig ist
  • Viktoria und Jakob Horstmann spielen bei
    Spiel und Spaß in Hilden : Spielmobil weicht in Wintermonaten in Halle aus

Auch das Haus Hofstraße 6 hat Denkmalwert, hat das Amt Rheinische Denkmalpflege festgestellt. Das nötige Verfahren sei in die Wege geleitet, sagte Herzfeld: "Die Nutzer, der Verein Haus Hildener Künstler, begrüßen das." Das alte Kutscherhaus eines Hildener Fabrikanten (das Hauptgebäude war das heutige Hotel am Stadtpark, Klotzstraße 22, einen Steinwurf weit entfernt) wurde um 1900 erbaut.

1977 übernahmen einige Bürger und Künstler das Haus, restaurierten es vorbildlich und gründeten 1979 einen Trägerverein. Das Gutachten zum Denkmalwert von den Fachleuten des Landschaftsverbandes Rheinland liegt noch nicht vor. Herzfeld geht aber davon aus, dass das Haus Hofstraße 6 noch in diesem Jahr in die Denkmalliste eingetragen wird.

Sie verzeichnet in Hilden 96 Baudenkmäler. Neben so bekannten wie dem Bahnhofsgebäude, der Reformationskirche oder dem Kolpinghaus an der Kirchhofstraße zählt dazu auch die Autobahnbrücke an der Elberfelder Straße. "Sie ist ein frühes Beispiel der Verwendung von Schweißtechnik bei großen Bauten", erläutert die Architektin. Dies stelle eine besondere Leistung der entwickelnden Ingenieure und der ausführenden Handwerker dar.

Denkmäler seien ja auch gerade schützenswert, fügt Rita Herzfeld hinzu, weil sie das Geschick und die Ideen der Menschen an diesem Ort zu einer bestimmten Zeit außergewöhnlich gut abbildeten. Deshalb stünden in einer Denkmal-Liste Kirchen, Wohnhäuser, Autobahnbrücken oder auch Gräber nebeneinander. Auf dem Hauptfriedhof an der Kirchhofstraße finden sich beispielsweise 28 geschützte Grabmale. Bei einem Denkmal ist die Substanz geschützt, erläutert die Fachfrau der Hildener Verwaltung: "Alle Veränderungen müssen mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt werden." Dafür gibt es Zuschüsse — städtische Zuwendungen sind im aktuellen Haushaltsplan nicht ausgewiesen — und die erwähnten steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten: "Davon machen viele Denkmal-Eigentümer gerne Gebrauch."

Daneben gibt es auch "bereichsprägende" Gebäude. Die Mittelstraße sei dafür ein gutes Beispiel, erläutert Herzfeld: "Typisch für Hilden sind die schönen alten Fassaden ab der ersten Etage wie an der Mittelstraße. Wer am modern gestalteten Erdgeschoss vorbeigeht, würde nie daraufkommen, dass dies ein historisches Haus ist. Die Gebäude sind prägend in einem Denkmalbereich. Doch um für sich allein als Denkmal zu gelten, sind sie zu sehr verändert. Für Hilden sind diese schönen Fassaden aber ein riesiger Standortvorteil."

(RP/ac)