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Hilden: Keine Angst vor Hornissen

Hilden : Keine Angst vor Hornissen

In Gruiten hat sich im Dachstuhl von Hans-Joachim Friebe ein Hornissenvolk breitgemacht. Für den Hausherrn ist das Nest ein Kunstwerk. Sorge, gestochen zu werden, hat der Landschaftswächter nicht.

Gruiten/Hilden Lautes Brummen, scheinbar hektische Flugbewegungen: eine Hornisse! Ihr Ziel jetzt im Spätsommer: Fallobst — für Hornissen ein Festschmaus. Viele Menschen fürchten sich jedoch vor diesen großen Brummern. Die ungebetenen Gäste sind auch in den Dachstuhl von Hans-Joachim Friebe in Gruiten eingedrungen. Friebe hatte keine Chance. Die Eindringlinge waren in der Überzahl und sind geblieben: ein ganzes Hornissenvolk.

 Das Hornissennest hoch im Dachstuhl von Hans-Joachim Friebes Haus ist gut einen Meter lang.
Das Hornissennest hoch im Dachstuhl von Hans-Joachim Friebes Haus ist gut einen Meter lang. Foto: Olaf Staschik

Trotzdem bleibt der Gruitener Landschaftswächter gelassen: "Die haben vor ungefähr drei Monaten angefangen, ein Nest zu bauen. Zunächst war es nur groß wie ein Eierbecher." Mittlerweile ist der Hornissenbau im Dachstuhl des Hauses allerdings auf gut einen Meter Länge angewachsen. Trotz des zunächst leicht bedrohlich wirkenden Brummens der zahlreichen Tiere, bleibt Friebe gelassen. Überhaupt scheint ihm das Nest vor allem Bewunderung zu entlocken.

"Schauen Sie sich an, wie eifrig die einzelnen Hornissen arbeiten. Von denen wäre keine auf Hartz IV angewiesen", scherzt Friebe. Das Nest zu entfernen kommt dem 69-Jährigen nicht in den Sinn: "Solange niemand die Hornissen stört, stören sie den Menschen auch nicht."

Die ungebetenen Besucher in dem Gruitener Haus haben sich in der Nachbarschaft herumgesprochen. Sogar der Postbote wollte einen Blick darauf werfen. "Der hat dann auch Fotos gemacht", berichtet Friebe. Generell versucht er aber, künstliches Licht im Dachstuhl zu vermeiden: "Das lockt die Hornissen abends nur von ihrem Nest weg." Auch die Wäsche kann im Moment nicht an der gewohnten Stelle trocknen, denn das Hornissennest befindet sich direkt über einer Leine. "Aus dem Nest tropft es", berichtet der Gruitener und fügt hinzu: "Worum es sich bei dem braunen Sekret handelt, weiß ich auch nicht genau. Eines weiß ich aber, es stinkt sehr."

Auch Friebes Ehefrau hat sich mittlerweile mit dem Nest arrangiert und wie ihr Mann keine Angst vor den eifrigen Hornissen. "Der Bau ist ein richtiges Kunstwerk", schwärmt Hans-Joachim Friebe und betrachtet das Nest sogar sozialpolitisch: "Jede Hornisse hat ihre Aufgabe. So muss eine Gesellschaft aussehen. Wir müssen alle zusammenarbeiten."

Was aber passiert, wenn die Hornissen doch einmal stechen sollten? Der Hildener Hautarzt Dr. Heiner Stark klärt auf: "Als Erstmaßnahme hilft Cortisonsalbe. Sollte die Wunde allerdings stärker anschwellen als bei einem Mückenstich, kann es sich um eine allergische Reaktion handeln." Dann müsse der Betroffene ein Krankenhaus aufuchen.

Gestochen wurde Hans-Joachim Friebe von den Hornissen jedoch bislang nicht. Dafür aber von Wespen. Gleich dreimal hat es ihn vor kurzem erwischt. "Die drei Stiche schwollen stark an, eine Creme half nicht, dafür aber ein altes Hausmittel. Ich habe einfach eine aufgeschnittene Zwiebel auf die Wunden gelegt, das hat geholfen", erklärt er.

(lon)