Hilden: Kein Job für jeden

Hilden : Kein Job für jeden

Das Evangelische Familienzentrum bietet ab November erstmals eine qualifizierte Ausbildung zur Tagesmutter an. Dahinter steht auch die Überzeugung, dass der Bedarf weiter wachsen wird.

„In meinem eigentlichen Job könnte ich mit meinen beiden Kindern schlecht weiter arbeiten, deshalb interessiere ich mich für eine Arbeit als Tagesmutter“, so begründet Monika Künzel ihr Interesse an einer Ausbildung. „Außerdem erhalte ich dabei noch einen Erziehungskurs, den ich auch für meine eigenen Kinder nutzen kann“, fügt sie hinzu.

Themenspektrum weit gestreut

Die gelernte Tierarzthelferin war eine von 15 Frauen, die sich gestern zu einer Informationsveranstaltung zur Ausbildung als Tagesmutter beim Evangelischen Familienzentrum trafen. Im November soll die qualifizierte Ausbildung starten. „Unsere Ausbildung läuft über 160 Stunden und endet im März mit einer Zertifizierung“, erläuterte Diplom-Psychologin Beatrix Buchholz. Zusammen mit der Sozialmanagerin und Leiterin der Kindertagesstätte „Die Arche“, Christiane Schulze, leitet sie die Ausbildung. „Für die unterschiedlichen Fachbereiche haben wir verschiedene Referenten“, sagt Buchholz. Von rechtlichen Fragen über Organisatorisches und Pädagogisches bis hin zum Kurs in Erster-Hilfe am Kind reicht das Themenspektrum der Ausbildung. „Die Ausbildung orientiert sich an den Empfehlungen des Deutschen Jugend Institutes“, so Buchholz. Ihr ist wichtig, dass die Frauen, die sich für eine Arbeit als Tagesmutter interessieren, auch wirklich für den Beruf geeignet sind. „Jeder sollte gucken, ob das auch wirklich etwas für ihn ist“, unterstrich Buchholz und machte klar, dass auch durchaus Tagesväter Kinder betreuen können.

Nach Ausbildung Vermittlung

Bei einem Schnupperkurs am 6. und 7. November können sich Interessierte eingehender über den Beruf informieren. Danach findet ein Entscheidungsgespräch statt. „Wir möchten, dass es wirklich passt“, so Buchholz. Damit nach Ablauf der Ausbildung alles optimal laufen kann, bietet das Evangelische Familienzentrum einen Vermittlungsservice an. „Wir kennen die Eltern, die Bedarf haben und wir kennen die Tagesmütter. So können wir sie optimal zusammen führen“, stellt sich Schulze die Zukunft vor.

„Als Tagesmutter können Sie sich aussuchen, wie sie arbeiten wollen“, antwortet Schulze auf die Frage einer Teilnehmerin. Auch um die Betreuung eigener Kinder während der Ausbildung will sich das Evangelische Familienzentrum kümmern. Eine leichte Arbeit ist die Betreuung von Kindern dennoch nicht. „Deshalb ist uns eine Supervision der Tagesmütter auch ganz wichtig. Wir wollen auch im Anschluss an die Ausbildung eine Anlaufstelle sein“, sagt Buchholz.

(RP)