Kastanienhof: Pilz befällt Baum

Hilden : Kastanienhof: Pilz befällt Baum

Stadt und Eigentümer besprechen weiteres Vorgehen. Bürgeraktion kritisiert Umgang mit Kastanie.

(tobi) Überhaupt nicht gut sieht die Kastanie an der Heiligenstraße aus, nach der das vor drei Jahren fertiggestellte Neubauprojekt „Kastanienhof“ an der Ecke zum Kronengarten benannt ist. Die Rinde des Baums blättert an einigen Stellen ab, ein dicker Ast liegt seit Wochen abgebrochen auf dem Boden herum. Die Kastanie scheint ernsthaft krank zu sein.

„Eigentlich war die traurige Karriere des großen Baumes vorgezeichnet, seit die Planung des Wohn- und Geschäftsgebäudes mit Tiefgarage an der Ecke Kronengarten ihren Lauf nahm“, sagt Ludger Reffgen von der Bürgeraktion. Darauf hätten in der Vergangenheit seine Partei und engagierte Umweltschützer mehrfach hingewiesen. „Aber das mochten nur wenige hören. Zumindest nicht diejenigen, die mit ihrer Neubauplanung auf dem ehemals städtischen Grundstück (Teestube/Jueck) dem Baum sehr stark auf die Pelle rückten, das Baugenehmigungsverfahren forcierten oder die Bauarbeiten ausführten. Alle gingen rücksichtslos mit dem Baum um, trotz deutlicher Proteste besorgter Menschen, die – anders als beteiligte Gutachter – den Baum auf Dauer gefährdet sahen.“

Die Stadt hatte im Planungsverfahren besondere Vorschriften festgelegt, um die Kastanie bestmöglich zu schützen. Der Erhalt des Baumes sei „während und nach der Baumaßnahme, trotz der Nachbarschaft zum Neubauvorhaben, sichergestellt“, hieß es in den Erläuterungen der Bauverwaltung. „Dies hat sich als Irrtum erwiesen“, erklärt Reffgen.

Es ist allerdings nicht gesagt, dass die Bauarbeiten für den Zustand der Kastanie verantwortlich sind. Momentan kämpfen viele Städte gegen ein aggressives Bakterium, das Kastanien befällt und Pilzen einen perfekten Nährboden bereitet. Auch die Rosskastanie im Kastanienhof leidet laut Stadt unter einem starken Pilzbefall. „Für die Pflege sowie für die Verkehrssicherheit sind die Eigentümer des Privatgrundstücks verantwortlich“, erklärt Harald Mittmann vom Tief- und Grünflächenamt. Zurzeit liege der Stadt ein Gutachten zum Zustand des Baumes vor, das die Eigentümer beauftragt haben. Auf dieser Grundlage werde nun das weitere Vorgehen abgestimmt.

„Falls der Baum aus Verkehrssicherheitsgründen gefällt werden muss, muss an gleicher Stelle eine Kastanie (Mindestqualität: Hochstamm und Stammumfang 18-20 cm) nachgepflanzt werden“, erklärt Harald Mittmann weiter. Das sei im Bebauungsplan festgesetzt. Bis dieser Baum die Größe der kranken Kastanie erreicht hätte, vergehen Jahrzehnte.