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Joey Kelly in HIlden: Ohne Sport hätte ich die Kelly-Family nicht überlebt

Interview Joey Kelly : „Ohne Sport hätte ich die Kelly-Family nicht überlebt“

Der Musiker und Extremsportler Joey Kelly kommt am kommenden Freitag, 26. Juni, 20.30 Uhr mit seinem Vortrag „Abenteuer Leben“ ins Hildener Autokino. Wir haben im Vorfeld mit ihm gesprochen.

Joey Kelly ist ein Mann der Extreme, er kennt und sucht sie. Auf seiner diesjährigen Sommer-Vortragstour gewährt der Musiker und Extremsportler spannende und faszinierende Einblicke in sein abenteuerreiches Leben. Am Freitag, 26. Juni, macht Joey Kelly  Station im Autokino Hilden. Im Interview verrät er schon einmal etwas von dem, was die Zuschauer erwartet.

Herr Kelly, die erste Frage stellt sich fast von selbst: Kennen Sie Hilden überhaupt?

Joey Kelly (lacht) Besser als Sie glauben. Ein Freund von mir wohnt hier und ich habe ihn schon öfter abgeholt. Insofern ist mir natürlich besonders das Autobahnkreuz Hilden in Erinnerung geblieben. Zum Glück gibt es hier nicht ganz so viele Staus wie rund um Köln.

Ihr Vortrag „Abenteuer Leben“ sei voller motivierender Geschichten, heißt es in der Programmankündigung. Was können die Zuschauer von Ihnen denn an diesem Abend  lernen?

Kelly Damit kein Missverständnis aufkommt – ich halte hier keinen „Tschakka, du schaffst es”-Vortrag: Aber ich zeige, wie der Sport, mit dem ich als Ausgleich begonnen habe, nach und nach mein Leben verändert hat. Und ich glaube einiges von dem, was ich zu berichten habe, ist auch für die Zuschauer spannend.

Sie reisen an die abgelegensten Orte, um an den härtesten Ultra-Wettkämpfen der Welt teilzunehmen. Im Winter 2010/2011 sind Sie beispielsweise mit Markus Lanz aufgebrochen, um in zehn dramatischen Tagen bei Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius die Strecke von 400 Kilometern bis zum Südpol zurückzulegen. Mal ehrlich: Hatten Sie nicht auch mal Todesangst auf so einer Strecke?

Kelly Nein, bei der Challenge mit Markus Lanz nicht – die war schließlich absolut perfekt vorbereitet. Aber es hat andere Strecken gegeben . . .

Können Sie da vielleicht ein Beispiel nennen?

Kelly Ich habe einmal einen 220 Kilometer langen Ultramarathon in Brasilien bestritten, den die Fremdenlegion veranstaltet hatte und der quer durch den Urwald führte. Der war leider nicht ganz so gut vorbereitet und ich habe mich dann auch mehrmals im Dschungel verirrt. Richtig Todesangst hatte ich da zwar auch nicht, aber auf jeden Fall geriet ich ganz schön in Panik – allein schon wegen all der wilden Tiere.

Und doch haben sie mal gesagt: „Hätte ich meinen Sport nicht so aktiv betrieben, hätte ich die Kelly Family nicht überlebt“. Wie passt das zusammen?

Kelly Ich war ja nicht nur Bandmitglied, sondern auch Tourmanager, Leiter des Fuhrparks und zehn Jahre lang Geschäftsführer unseres familieneigenen Labels Kel-Life mit rund 50 Angestellten. Ich wollte das auch machen. Aber ohne Sport als Ausgleich frisst dich so ein Job natürlich auf. Ich habe dann mit der Zeit gemerkt, dass der Sport immer mehr zu meiner Berufung wurde. Auch darum geht es am Freitagabend in Hilden.

Was werden wir über die Kelly-Family von Ihnen erfahren?

Kelly In einem Kapitel meines Vortrags zeige ich bislang wenig bekannte Fotos und Videos aus der Zeit vor unserem Durchbruch, als unsere Eltern noch lebten und die ganze Familie ihren  Lebensunterhalt mit Straßenmusik bestritt. Das war eine unheimlich intensive und prägende Zeit.

Sie haben mit Ihrer Familie Stadien und große Hallen gefüllt, aber Sie persönlich haben auch innerhalb eines Jahres erfolgreich unglaubliche acht „Ironman“-Triathlons absolviert – bis heute ein ungebrochener Rekord. Welcher Applaus ist für Sie schöner?

Kelly Man darf nicht vergessen: Beim Ironman hast du zwar auch Publikum, aber bei den meisten anderen Wettbewerben wartet im Ziel nur eine Hand voll Leute auf dich. Trotzdem ist es natürlich ein tolles Gefühl, wenn du es geschafft hast. Aber ich gebe zu: Eine volle Dortmunder Westfalenhalle mit jubelnden Fans ist schon etwas ganz Besonderes. Ich bin froh, dass ich beides erleben durfte.

Mehr als 50 Marathonläufe, mehr als 30 Ultramarathons und neun Wüstenläufe – gibt es überhaupt noch neue Herausforderungen für Sie?

Kelly Oh ja. Die gibt es auf jeden Fall. Eine besonders schöne durfte ich mit meinem 19-jährigen Sohn Luke im Sommer vergangenen Jahres erleben. Da sind wir beide mit einem 50 Jahre alten VW-Bulli ohne Klimaanlage oder Betten und ohne Geld für Benzin durch zehn Länder von Berlin nach China gereist. Auf der 13.000 Kilometer langen Strecke haben wir unheimlich viel erlebt. Und als wir nach 27 Tagen endlich in Peking ankamen, war es für uns beide ein faszinierender Moment.