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Hilden/Haan: Jobcenter: Kreis-SPD fordert mehr Personal

Hilden/Haan : Jobcenter: Kreis-SPD fordert mehr Personal

Geschäftsstelle Haan schließt am 26. November und wird mit Hilden zusammengelegt. Das soll Wirtschaftlichkeit und Service verbessern.

Die Geschäftsstelle des Jobcenters Me-aktiv in Haan schließt am 26. November (12 Uhr). Ab 2. Dezember werden die 1400 Leistungsberechtigten aus der Gartenstadt von Hilden aus betreut. "Wir haben uns für die wirtschaftlichste Lösung entschieden, weil wir so einen Umzug (den der Hildener Geschäftsstelle) sparen", erläutert Bernhard Hildebrandt, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters ME-aktiv in Mettmann.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr hatte der Kreistag beschlossen, die anfangs zehn Jobcenter im Kreis auf fünf in Hilden, Langenfeld, Mettmann, Ratingen und Velbert zu reduzieren. Durch die Konzentration sollte der Service für die Kunden und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessert werden. Durch einen hohen Krankenstand war es in der Vergangenheit insbesondere in kleinen Geschäftsstellen wie Haan zu "kaum vertretbaren Arbeitsbe- und -überlastungen" gekommen, hatte die Bundesagentur für Arbeit in einem Gutachten festgestellt. Gleichzeitig hätten die Kunden lange auf die Bearbeitung ihre Anträge warten müssen.

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Mit der Zusammenlegung der Geschäftsstellen ist es für die SPD-Kreistagsfraktion aber noch nicht getan. Die Sozialdemokraten fordern rund 40 zusätzliche Stellen für das Jobcenter ME-aktiv. 2014 müssten erhebliche Mittel, die für die berufliche Wiedereingliederung Arbeitsloser vorgesehen sind, eingesetzt werden, um die "unzureichende Personalausstattung zu finanzieren", kritisiert Stephan Schnitzler, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion. Schuld für diese Misere seien die unzureichenden Bundeszuschüsse und falsche Personalpraktiken der Bundesagentur für Arbeit.

Deshalb soll der Kreis mit Geld einspringen. 40 zusätzliche Stellen würden rund 2,4 Millionen Euro kosten, rechnet Schnitzler vor: "Die 40 Stellen würden sich refinanzieren, wenn die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 480 gesenkt werden könnte." Denn der Kreis muss für die Unterkunft-Kosten der Jobcenter-Kunden aufkommen.

Dem Jobcenter Mettmann fehlen rund 40 Mitarbeiter, bestätigt Geschäftsführerin Martina Würker. Sie widerspricht Schnitzlers Darstellung, ausscheidende Mitarbeiter würden nur durch befristet Beschäftigte der Bundesarbeitsagentur ersetzt. "Sowohl die Kommunen als auch die Bundesagentur können uns Festangestellte zuweisen", erläutert Würker: "Wenn es sie gibt." Gerade erst seien 25 befristet Beschäftigte im Jobcenter Mettmann dauerhaft eingestellt worden — "ein super Signal". Das Jobcenter ist eine gemeinsame Einrichtung von Arbeitsagentur und Kreiskommunen. Wie viel Geld die Arbeitsagentur erhält, darüber entscheidet die Bundesregierung. Das Jobcenter ME-aktiv erhalte vom Bund 38 Millionen Euro/Jahr für Personal und Arbeitsmarktpolitik. Beide Träger hätten entschieden, 2014 zusätzlich vier Millionen Euro für Personal (dann 24 Millionen) bereitzustellen — auf Kosten der Arbeitsmarktpolitik. Für solche Maßnahmen stünden dann nur noch 14 statt 18 Millionen Euro zur Verfügung. "Mehr Personal bedeutet mehr Vermittlungserfolg", betont Würker. Das sei bei einem Versuch in Langenfeld bewiesen worden. Dort betreute ein Mitarbeiter 100 Kunden. Im Jobcenter ME liegt die Relation zurzeit bei 1:158.

(RP)