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Hilden/Langenfeld: Job-Mentoren helfen Schülern

Hilden/Langenfeld : Job-Mentoren helfen Schülern

An der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule geht das Ausbildungspaten-Projekt ins zweite Jahr. Wieder haben sich mehrere Berufserfahrene zusammengetan, um Schülern zu einem Praktikum oder einer Lehrstelle zu verhelfen.

Schüler im Übergang von der Schule zum Beruf zu unterstützen, das ist das Ziel des Ausbildungspatenprojekts der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule Hilden-Langenfeld. Wie bei der Premiere vor einem Jahr haben sich wieder 14 Ausbildungspaten aus Industrie, Handwerk und Dienstleistungssektor zusammengefunden, um 60 Neuntklässlern bei der Suche nach Praktikum oder Lehrstelle zu helfen.

Von Eltern initiiert

"Das Erfahrungspotenzial, das die Ausbildungspaten aus ihrer Praxis mitbringen, können wir hier in der Schule unseren Kindern gar nicht bieten", betont der Abteilungsleiter der Jahrgangsstufen 9 und 10, Theo Springenberg. Initiiert wurde das Projekt durch den Elternbeirat der Schule. Eltern sind es auch, die ehrenamtlichen Aktivitäten der Ausbildungspaten unter Absprache mit dem Lehrpersonal koordinieren.

Zum Programm gehören gemeinsame Bewerbungstelefonate, Ausbildungsplatzrecherchen sowie die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. Außerdem werden Schüler nicht nur in Klassen-, sondern auch in Einzelpatenschaften gezielt unterstützt.

"Schüler lassen sich durch Außenstehende manchmal eher motivieren als durch Lehrer oder Eltern", weiß Springenberg. Der Besuch eines Praktikums in der neunten Klasse ist Pflicht. "Unsere Paten haben es geschafft, immerhin neun Schüler zu ermutigen, eine Ausbildung in Angriff zu nehmen", bilanziert Projektleiterin Iris Kasel. "Ein Erfolg", betont sie, denn die meisten strebten aus Imagegründen höhere Bildungsabschlüsse an. "Viele wissen nicht, dass ihnen auch nach einer Lehre noch alle Wege zum Abi oder einem Studium offenstehen. Man kann auch mit einem Meisterbrief an die Uni."

Die Voraussetzung für eine Patenschaft mit einem Mentor: Der Schüler muss sich freiwillig für eine Patenschaft entscheiden. "Wichtig ist der Glaube an sich selber, das Wissen: Da setzt sich jemand für mich ein", unterstreicht Kasel. So habe sich eine Schülerin durch das Engagement ihres Paten in Mathe verbessert, ergänzt Lehrer Springenberg.

Die aktuellen Paten sind zwischen 36 und 71 Jahre alt und bringen ein breites Erfahrungsspektrum mit. Wilfried Wippermann (65) etwa war 37 Jahre als Ausbildungsleiter bei der Raiffeisenbank tätig. Der Bezirksgeschäftsführer der Barmer GEK, Dirk Ockel, hat von Anfang an zweimal im Monat eine Klasse mit betreut: "Viele wissen gerade in diesem Alter natürlich noch nicht, wohin sie wollen, deshalb ist es wichtig, mit den Kindern ein Stärken-Schwächen-Profil zu erarbeiten. Danach sehen viele klarer."

Hartes Arbeiten

Bettina L. (38) hingegen zögert noch, als Patin zu helfen. Die Betriebswissenschaftlerin würde den Kindern nach eigenen Worten gerne vermitteln, dass sie nur durch hartes Arbeiten und Lernen weiterkommen. "Allerdings weiß ich nicht, ob sie das gerne hören möchten", sagt sie lächelnd.

(RP)