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Haan: Ittertal: Schneise erschüttert Bürger

Haan : Ittertal: Schneise erschüttert Bürger

Zwischen Breidenmühle und Schaafenkotten im Ittertal leisten Baumaschinen schon seit Wochen ganze Arbeit. Ziel: Das auf halber Strecke zur Bruchermühle gelegene Anwesen soll einen befahrbaren Erschließungsweg erhalten, damit Eigentümer Alexander Wettschereck und Mieter das Haus anfahren können. Seit Juli 2010 ist der früher genutzte Weg von der Bruchermühle her durch die Eigentümer Sabine und Gero Legner gesperrt. Ein Passieren der Holztore wird derzeit nur im Zuge eines "Notwegerechtes" ermöglicht, das per Einstweiliger Verfügung erstritten wurde.

Gut 400 Meter lang ist die Schotterstraße, die später an den Weg angeschlossen wird, auf dem schon heute die Bewohner der Breidenmühle vom Wanderparkplatz Ittertal aus zu ihrem Haus gelangen. Viel kleine und große Bäume in der Talaue sind gefällt worden. Vom Wehr aus wurde der Nebenarm der Itter zugeschüttet, über den früher der Teich des Kottens gespeist wurde. Auch der Teich existiert nicht mehr.

Der Antrag für den Bau einer Zufahrt ist am 25. September 2012 von der Stadt Haan genehmigt worden. Das weist das Bauschild mit dem großen roten Punkt aus, das an einem Pfahl neben dem unangetastet gebliebenen Spazierweg hängt. Peter Schniewind, Geschäftsführer der Fraktion Die Linke in Haan, war erschüttert, als er am Freitag von dem Projekt hörte. Er schwang sich aufs Fahrrad, um sich selbst ein Bild zu machen. "Da wird das Ittertal verwüstet — und die Ausschüsse in Haan sind nicht einmal beteiligt worden!", sagt er kopfschüttelnd. "Ich wüsste nicht, dass wir im Planungs- und Umweltausschuss darüber gesprochen hätten", merkt das Ausschussmitglied an. "Wenn die Verwaltung das in der tabellarischen Liste über erteilte Baugenehmigungen versteckt hätte, wäre das eine Sauerei." Schon im Bauausschuss am nächsten Donnerstag will er eine Anfrage stellen und um Aufklärung bitten. Auch die Initiative "Rettet das Ittertal" ist alarmiert. "Alle möglichen Verkehrsführungen durch das Ittertal sind von Bedeutung", betonte Sprecher Ingo Hill bei einer Besichtigung vor Ort. Wenn die Haaner einen solchen Eingriff in die Natur genehmigten, könnte die Solinger Verwaltung auch Vorbehalte aufgeben, direkt ins Ittertal einzugreifen. Von der Stadt und vom Kreis, dessen Untere Landschaftsbehörde eingeschaltet gewesen sein müsste, war Freitag keine Stellungnahme erhältlich. Schaafenkotten-Eigentümer Alexander Wettschereck wollte sich nicht äußern.

(RP/ac)