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Itter-Clean-Team erhält Regenbogenpreis

Hilden : Itter-Clean-Team erhält Regenbogenpreis

Innerhalb von zwei Jahren hat das Team rund 200 Hildener ermuntert, mit anzupacken und die Stadt von Müll zu befreien. Darüber hinaus leiten die Mitglieder auch Kinder zum Umweltschutz an. Preisverdächtig, finden die Grünen.

Ehre, wem Ehre gebührt: Seit mehr als zwei Jahren sammelt das Itter-Clean-Team alte Fahrräder, weggeworfene Pappbecher sowie anderen Müll und das nicht nur an der Itter, sondern in der gesamten Stadt. Das Team hat sich dem Umweltschutz verschrieben und viele andere Hildener ermutigt, mit anzupacken.

Dieses ehrenamtliche Engagement wurde nun belohnt: Die Grünen-Fraktion in der Landschaftsversammlung Rheinland (LVR) vergibt alle zwei Jahre einen Preis an Menschen, die sich durch besonderes Engagement oder Ideen im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes im Rheinland ausgezeichnet haben. Den Regenbogenpreis hat nun das Itter-Clean-Team aus Hilden erhalten.

 Das Itter-Clean-Team sammelt nicht nur selbst Müll, sondern nimmt auch Kita-Kinder an die Hand und vermittelt ihnen die Brisanz des Themas (hier Kita-Kind Lotta mit Matthias Mustafovski).
Das Itter-Clean-Team sammelt nicht nur selbst Müll, sondern nimmt auch Kita-Kinder an die Hand und vermittelt ihnen die Brisanz des Themas (hier Kita-Kind Lotta mit Matthias Mustafovski). Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Leider werfen gerade in diesen Zeiten wieder mehr Menschen ihren Müll achtlos auf die Straßen oder in die Natur. Da sind Aktivitäten wie die des Itter-Clean-Teams ein ermutigendes Beispiel für das Engagement gegen diese Vermüllung von Städten und Gewässern“, erklärt Rolf Fliß, Mitglied im Vorstand der Grünen LVR-Fraktion. Nicht nur wegen des Umweltaspektes haben die Juroren sich für das Hildener Projekt entschieden. Itter-Clean-Initiator Matthias Mustafovski verlor durch die Coronakrise seinen Job. Durch sein Projekt wurde ein Malerbetrieb jedoch auf ihn aufmerksam und bot ihm eine Ausbildugsstelle an. „Da steckt einfach eine Geschichte hinter der Geschichte. Das ist eine Herzenssache und zeigt einem, dass man nie aufgeben sollte“, erklärt Rolf Fliß. Deswegen sei es besonders wichtig solch ein Projekt zu unterstützen.

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Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Von dem Preisgeld möchte das Team zum einen die Notarkosten für den anstehenden Vereinsübergang tragen und zum anderen Werkzeuge und Utensilien für die weitere Arbeit anschaffen.

Die Idee des Teams kam dem Initiator bei einem Spaziergang entlang der Itter. Dort habe er viel Müll und Glasscherben entdeckt, welchen er direkt aufsammelte. Seine Aktionen postete er täglich auf Facebook und fand viele Unterstützer. Daraus bildete sich die Facebook-Gruppe Itter-Clean-Team und somit das Projekt. Mittlerweile machen fast 200 Menschen mit.

Nicht nur für die Umwelt ist das Müllsammeln ein wichtiges Projekt für den Initiator. „Ich mache das vor allem auch für die vielen Kinder und Tiere. Für sie soll es sicher und schön sein“, sagt Matthias Mustafovski.

Das Projekt ist inzwischen so groß geworden, dass eine gute Organisation sehr wichtig ist, worum sich der Vater von drei Kindern ebenfalls kümmert. Große Projekte finden meist am Wochenende statt. Dafür begibt er sich vorher auf eine „Müllrallye“, wobei nach Orten und Stellen gesucht wird, welche gesäubert werden müssen. Am Ende des Projektes berichtet Matthias Mustafovski dem städtischen Bauhof von dem gesammelten Müll, der diesen immer montags an den verabredeten Stellen abholt.

Das Team organisierte schon viele Projekte und setzt sich ebenfalls für die Jugendarbeit ein. Dafür gibt es viele Projekte für Kinder und Jugendliche, um ihnen ein Gespür für die Umwelt zu vermitteln. Das größte Problem sieht Mustafovski an der geringen Stückzahl von Mülleimern. Vor allem an Sitzgelegenheiten würden diese fehlen, erklärt er. Auch der Starkregen und das damit verbundene Hochwasser spülte viel Müll an, der von dem Team bereits beseitigt wurde.