Investor plant in Hilden preisgedämpfte Wohnungen

Mehrheit im Rat beschließt Aufstellung eines Bebauungsplans : Investor will an Poststraße in Hilden preisgedämpfte Wohnungen bauen

Politik lehnt Altenwohnungen mit Service ab. Jetzt bietet Eigentümer Wohnungen für 8,75 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter an.

Das Angebot klingt verlockend – und verfehlte seine Wirkung nicht. Ein Investor will auf drei Grundstücken an der Poststraße (im Bereich der ehemaligen Schreinerei Szepanski) bauen – Seniorenwohnungen mit Service. Als dies bei der Politik auf Ablehnung stieß, änderte der Eigentümer sein Konzept. Er bot an, preisgedämpfte Wohnungen zu errichten. Mit Erfolg: Der Stadtentwicklungsausschuss beschloss nach längerer Diskussion mit Mehrheit, einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern. Wie viele Wohnungen tatsächlich entstehen, wird sich erst im Verfahren entscheiden.

Der Innenbereich zwischen Poststraße, Bahnhofsallee und Benrather Straße hat noch Entwicklungspotenzial. Deshalb hatte der Stadtrat 2001 das Planungsrecht geändert und den Bebauungsplan Nr. 10C aufgestellt. 2008 beschloss der Fachausschuss, wie der Innenbereich bebaut werden soll. Problem: Es gibt viele Eigentümer. Und die verfolgen auch noch unterschiedliche Interessen. Deshalb ruht die Planung seit zehn Jahren. Die CDU lehnt das Vorhaben Poststraße ab. „Wir wollen ein Konzept für den Gesamtbereich (Poststraße/Bahnhofsallee/Benrather Straße)“, erläuterte Bettina Thimm. Die Bürgeraktion will keinen planerischen „Flickenteppich“, lehnte auch Ludger Reffgen ab: „Mit den Anwohnern ist anderes besprochen worden.“ Auch die SPD will eigentlich eine „große Lösung“, erläuterte Kevin Buchner. Er sieht die Gefahr, dass ein planerischer „Flickenteppich“ entsteht, möchte aber auch preisgedämpfte Wohnungen fördern. Deshalb stimmten die Sozialdemokraten „für den Moment“ zu.

Die FDP habe kein Problem mit dem Vorhaben, möchte parallel aber auch einen städtebaulichen Entwurf für den gesamten Innenbereich, sagte Rudolf Joseph. „8,75 Euro kalt sind ein Angebot“, meinte Heinz Albers (Grüne): „Wie belastbar ist das?“ Eine große Lösung setze eine Umlegung voraus: „Die dauert und die Mieten werden weiter steigen.“ Deshalb stimmten die Grünen für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.

Baudezernentin Rita Hoff warb für das Projekt – „weil es in das Gesamtkonzept von 2010 passt. Preisgedämpfte Mieten könnten im städtebaulichen Vertrag festgeschrieben werden: „Die Flächen im Innenbereich sind eh versiegelt. Wir haben Druck, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es gibt in Hilden nur wenige Stellen, wo das überhaupt noch möglich ist.“

„Wir haben 2010 die Umlegung angeordnet“, hielt Ludger Reffgen (BA) dagegen. Es gebe ein gutes kommunales Konzept. Er sehe nicht ein, warum es jetzt Stück für Stück über Bord geworfen werden soll. Der Ausschuss dürfe nur dann eine Umlegung anordnen, wenn die zu einer angemessenen Zeit auch umgesetzt werden könne, stellte Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger klar: „Die Bürgeranhörung war keineswegs so eindeutig. Es gab gehörige Widerstände. Deshalb hat der Ausschuss keine Umlegung eingeleitet.“ Er habe in den vergangenen Jahren immer wieder viele Gespräche mit den Betroffenen geführt. Eine Einigung sei im Moment nicht möglich. Das Projekt widerspreche dem städtebaulichen Entwurf von 2010 nicht. „Wenn das Projekt erfolgreich ist, wird auch das Interesse der Nachbarn steigen“, ist Stuhlträger überzeugt.