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Haan: Integrationsprozess am Anfang

Haan : Integrationsprozess am Anfang

Rund 40 Personen, darunter drei ausländische Mitbürger, saßen gestern am ersten Runden Tisch. Zunächst sollen die Themen Bildung/Schule sowie Arbeit/Ausbildung bearbeitet werden.

Drei Jahre ist es her, seit Michael Henchoz, heute Ratsmitglied der Linken, den Bürgerantrag stellte, einen Integrationsbeirat zu bilden. Gestern gab es den ersten "Runden Tisch", auf den sich die Fraktionen als kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt hatten.

Knapp 40 Vertreter aus Stadt- und Kreis-Verwaltung, Politik, Kirchen, Schulen, Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen, Wohnungsgesellschaft Sahle, Familienzentrum Am Badenfeld und Jobcenter berieten in der Aula des Gymnasiums. Darunter nur drei Personen der Gruppe, die eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte: die der ausländischen Mitbürger und Menschen mit Migrationshintergrund.

Der erste Termin war eher eine Bestandsaufnahme: Haan hat kreisweit den geringsten Ausländeranteil. Türken (29 Prozent) und Italiener (17 Prozent) stellen die größten Gruppen unter den 5058 Personen mit Zuwanderungsgeschichte.

In der Gartenstadt hat sich der Anteil von Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln mit Ausbildungsstelle seit 2009 von neun auf elf Prozent erhöht — sicher auch ein Verdienst der Praktikums- und Lernpartnerbörse und der Arbeit an der Haaner Hauptschule. Allerdings sind diese Jugendlichen bei der Hochschulreife unterrepräsentiert. Zugleich stellen Ausländer — das korrespondiert mit der Schulbildung — fast ein Viertel der Arbeitslosen.

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Bei der Frage, welche Aspekte vorrangig zu behandeln sind, kam die Runde zum Ergebnis, dass die der Bereich Schule und Bildung sowie der Bereich Arbeit und Ausbildung sein müsse. Aber auch Sport, Pflege und Gesundheitswesen sowie Senioren wären Themenfelder. Die Teilnehmer konnten sich für Arbeitsgruppen eintragen.

Petra Lerch (GAL) zeigte sich "bedrückt, dass wir hier heute über Menschen und nicht mit ihnen reden". Für einen zweiten Runden Tisch — etwa in einem halben Jahr — empfahl Moderator Thomas Rasch (Caritas), Menschen zu gewinnen, die schon oder noch nicht integriert sind.

Erste Beigeordnete Dagmar Formella sagte zu, dass in der zweiten Jahreshälfte noch genaue Zahlen für Haan ermittelt werden, die auch in die Schulentwicklungsplanung einfließen sollten. Die Integrationspolitik stehe in Haan noch ganz am Anfang. Sozialausschuss-Vorsitzender Bernd Stracke (SPD) sah den Integrationsprozess als Querschnittsaufgabe aller Bereiche des Stadtrates. Im weiteren Prozess kann die Stadt Unterstützung erwarten von einer Kommunalen Integrationsstelle, die nach dem Willen des Kreistages in Mettmann eingerichtet werden soll.

(RP/rl)