Hilden: Industrieverein: Sonnige Aussichten für 2014

Hilden: Industrieverein: Sonnige Aussichten für 2014

Die aktuelle Konjunkturumfrage des Hildener Industrievereins, der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU sowie der Stadtmarketing GmbH offenbart so positive Ergebnisse wie schon seit Jahren nicht mehr. Dabei zeigt vor allem der Handel einen überraschend deutlichen Stimmungsaufschwung.

Die zurückliegenden Jahre waren für den Einzelhandel nicht einfach. Gab es sie überhaupt, so fielen Umsatzzuwächse nur in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Entsprechend pessimistisch blickten die Kaufleute, seit 2001 vom Hildener Industrieverein jährlich nach ihren Erwartungen befragt, in die Zukunft.

Jetzt aber hat sich das Blatt gewendet: Der Handel bewertet die Aussichten für das neue Jahr wieder weitaus besser als noch im Vorjahr. Das offenbart die aktuelle Konjunkturumfrage, die der Hildener Industrieverein mit seinem Vorsitzenden Norbert B. Roth an der Spitze gestern der Öffentlichkeit vorstellte. Ihr zufolge glauben 18 Prozent der befragten Hildener Kaufleute, dass sich die allgemeine Wirtschaftslage im laufenden Jahr verbessert. Zum Vergleich: Für 2013 antwortete keiner so optimistisch — der Wert lag bei null. Auch die Geschäftsaussichten für den eigenen Betrieb beurteilen die Einzelhändler mit 27 Prozent als "eher steigend" — nach null Prozent im Vorjahr.

"Wir haben unseren Platz an der Sonne verteidigen können", fasste Roth die Umfrageergebnisse zusammen. Denn auch in allen anderen Branchen — Industrie, Dienstleistung und Handwerk — haben sich die Erwartungen verbessert. So ist die Zahl der Optimisten auch bei den Eigentümern von Produktionsbetrieben von sechs auf 20 Prozent gestiegen. Eine ähnliche Tendenz ist bei den Dienstleistern (Steigerung von 17 auf 32 Prozent) und im Handwerk (24 auf 33 Prozent) zu beobachten.

Interessant: Je größer der Betrieb in der Zahl seiner Mitarbeiter ist, desto zuversichtlicher blickt er in die Zukunft. So gibt es unter den Hildener Unternehmen mit 50 Beschäftigten und mehr offenbar die meisten Optimisten. 54 Prozent von ihnen beurteilen die Aussichten für das eigene Unternehmen als steigend, 38 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Lage, acht Prozent von einer Verschlechterung aus.

Zum Vergleich: Die Betriebe mit einer Mitarbeiterzahl zwischen fünf und 50 sind nur mit 27 Prozent optimistisch. 68 Prozent gehen von einer gleichbleibenden und fünf Prozent von einer sich verschlechternden Situation aus. Dennoch sind auch für diese Betriebe die Umfragewerte deutlich besser als im vergangenen Jahr.

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Gute Nachrichten sind das auch für die Erwerbsfähigen, denn die Mitarbeiterentwicklung wird von der Mehrzahl der Betriebe als gleich bleibend oder sich verbessernd angesehen. Diese Angaben lassen sich auch so deuten, dass eine Reduzierung von Arbeitsstellen zurzeit nicht ins Auge gefasst wird. Dabei sieht der Vorstand des Hildener Industrievereins die von der Arbeitsagentur vorgelegten Zahlen kritisch: Statt der 500 gemeldeten freien Stellen seien mindestens doppelt so viele vakant, schätzte Roth. Grund: Viele Betriebe würden der Arbeitsagentur ihre freien Stellen nicht mehr melden, sondern sie eigenhändig zu besetzen versuchen.

Von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro die Stunde sind die meisten (97 Prozent) der Hildener Betriebe übrigens nicht betroffen, "weil es hier nur ganz wenig Firmen gibt, die noch Arbeitsplätze im unteren Lohnbereich haben", so Roth.

Als großes Problem wird indes der Fachkräftemangel gesehen. 45 Prozent aller Betriebe spüren ihn bereits. Dieser Wert sei "erschreckend hoch", sagte Vorstandsmitglied Detlef Herrmann. Dabei ließ der Industrieverein durchaus kritisch durchblicken, dass die Mitgliedsbetriebe die Lösung dieses Problems zu einem Teil selbst in der Hand haben — die Zahl der Ausbildungsplätze sei in Hilden seit Jahren nicht gestiegen, und es sei zu überlegen, das Engagement in Sachen Ausbildung zu steigern. Gleichwohl sieht auch der Industrieverein ein Problem in der mangelnden Ausbildungsfähigkeit mancher Jugendlicher, die es an der nötigen Schulbildung vermissen lassen.

Zu guter Letzt gab es auch für die Stadt Hilden noch gute Umfragewerte: Die Arbeit der Stadtverwaltung erhält von den Mitgliedern die Note 2,6 — nach 2,9 im Jahre 2011. Auch die Wirtschaftsförderung hat sich im gleichen Zeitraum von 2,8 auf 2,5 verbessert. Das Einzelhandelsangebot wird nach 2,7 im Jahre 2011 für dieses Jahr mit einer 2,2 bewertet. Damit erhält der Standort Hilden im wahrsten Sinne des Wortes gute Noten.

(RP)
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