Kreis Mettmann: Impfstoff ist zurzeit knapp

Kreis Mettmann : Impfstoff ist zurzeit knapp

Zwei Schüler der Fliedner-Realschule in Hilden sind an der Schweinegrippe erkrankt. Die Zahl der Menschen, die sich impfen lassen, steigt rapide. Die Apotheken haben mehr Anfragen nach Serum, als ihnen zugeteilt wird.

Zwei Schüler der Fliedner-Realschule sind an der Neuen Grippe erkrankt und Schulleiter Otmar Scholl glaubt nicht, dass es die letzten sein werden: "Wie bei jeder normalen Grippe sind das keine Einzelfälle", reagierte er gestern gelassen. Ganz anders etliche Eltern. "Es ist schlimm, in welch' erbostem Ton manche hier anrufen und wissen wollen, ob das stimmt", berichtete Scholl.

Unterricht geht weiter

Die erkrankten Schüler kurieren ihre Grippe zu Hause aus, für die anderen geht der Unterricht wie gewohnt weiter. Die Eltern seien informiert worden, dass keine Notwendigkeit bestehe, ihre gesunden Kinder nicht in die Schule zu schicken, sagte der Schulleiter.

Und wer es doch tut: "Der verstößt gegen die Schulpflicht", betonte Scholl, der die professionelle Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt lobt. Auf dessen Kompetenz setzt auch Reinhard Gatzke, Schuldezernent der Stadt Hilden: "Jeder Schulleiter entscheidet im Einvernehmen mit der Behörde, wie er zu reagieren hat."

Ihm waren gestern keine weiteren Grippefälle an Schulen bekannt. Derweil steigt die Impfbereitschaft der Bevölkerung weiter rapide an. Den besten Überblick hat Franz-Josef Münnemann, Pressesprecher der Apotheker für den Südkreis Mettmann. Seine Fabricius-Apotheke ist in Hilden für die Auslieferung des Impfstoffs zuständig. "In der vergangenen Woche haben wir vom Kreisgesundheitsamt 1000 Impfdosen zugeteilt bekommen und es wurden nur 300 angefordert.

Diese Woche bekommen wir 500 Sets und sind schon jetzt trotz des Überschusses im Minus", berichtete Münnemann gestern. Nicht nur die Ärzte gehören zu den Abnehmern, sondern auch DRK, Feuerwehr und große Firmen, die ihre Mitarbeiter von den Betriebsärzten impfen lassen. Daniela Hitzemann, Pressesprecherin des Kreises, bestätigte, dass die Nachfrage nach dem Impfstoff zurzeit nicht gänzlich befriedigt werden könne. "Das war aber bekannt, dass das Serum nicht auf einen Schlag für alle da ist. Es kann sein, dass der eine oder andere mit der Impfung bis zum Januar warten muss."

Viel Organisationsaufwand

Mindestens drei Stunden täglich ist Apotheker Münnemann auf Auslieferungsfahrt und weiß: "Es gibt Praxen, die durch die Impfaktion fast lahmgelegt sind." Vor allem seien viele Organisationsabläufe nicht zu Ende gedacht.

"Kinder sollen nur die halbe Impfdosis erhalten. Der Arzt muss also zwei Kinder zur Impfung bestellen, damit die halbe Serumportion nicht weggekippt werden muss. Pro Impfstoffset wird aber nur eine Einwilligungserklärung mitgeliefert. Bei zwei Kindern braucht man aber zwei", schilderte er ein Beispiel — und hat erst mal Nachschub an diesen Erklärungen geordert.

Hier geht es zur Infostrecke: Schweinegrippe-Impfaktion: Fragen und Antworten

(RP)