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Impfstelle nimmt in Hilden Betrieb auf

Hilden : Impfoffensive gewinnt an Fahrt

Die Klinik im Park stellt dem Kreis Räume zur Verfügung, in denen von Mittwoch bis Freitag ohne Termin Biontech- und Moderna-Vakzine verimpft werden. Am ersten Tag haben das Angebot bereits Hunderte Menschen genutzt.

Seit 8 Uhr stehen die ersten Hildener vor dem Gebäude der Klinik im Park an der Hagelkreuzstraße – am Ende des Tages sollen es laut Schätzung bis zu 500 sein. Die Bergman Clinics haben dem Kreis Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, in denen das Team des Gesundheitsamtes mit zwei Ärzten ab sofort von Mittwoch bis Freitag, jeweils 10 bis 18 Uhr, Menschen ohne Termin impft. „Das ist nach Velbert und Langenfeld die dritte dezentrale Impfstelle im Kreisgebiet“, erklärt Landrat Thomas Hendele. Der Kreis drückt aufs Gas, damit die Impfquote von rund 65 Prozent in den kommenden Wochen weiter steigt. „Das ist der einzige Weg, einen Lockdown zu verhindern und aus der Pandemie herauszukommen“, so Hendele.

Deshalb investiert der Kreis nicht nur in dezentrale Impfstellen – die nächsten sollen kommende Woche in Haan und Erkrath eröffnet werden –, sondern hat sich auch einen Gelenkbus gekauft, der in den kommenden Tagen zu einer mobilen Impfstation umgebaut werden und dann durch die Städte rollen und die mobilen Impfaktionen wie am Mittwoch auf dem alten Markt in Hilden unterstützen soll. „Außerdem ist es unser Ziel, möglichst in allen Städten des Kreises Impfstellen einzurichten“, sagt Hendele. Er macht keinen Hehl daraus, was er von dem politischen Entschluss hält, das Impfzentrum in Erkrath und alle anderen im Land Ende September zu schließen: „Das war keine gute Entscheidung.“

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Zum Glück aber sei noch nicht alles zurückgebaut worden, sodass Teile des Impfzentrums am Timocom-Platz in Erkrath kommende Woche, voraussichtlich am Donnerstag, 9. Dezember, wieder geöffnet werden können. Dort soll dann von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr Biontech und Moderna verimpft werden.

Diese beiden Vakzine werden auch in Hilden angeboten. Insgesamt stellt die Kassenärztliche Vereinigung elf Ärzte pro Tag zur Verfügung, der Kreis erhält aktuell 1500 Impfdosen täglich – 50 Prozent Biontech und 50 Prozent Moderna, erklärt Christian Schildknecht von der Koordinierungseinheit im Kreisgesundheitsamt. „Wir boostern hauptsächlich mit Moderna“, erklärt er weiter. Wer aber beispielsweise bei der Erstimpfung Astrazeneca und bei der Zweitimpfung Biontech verabreicht bekommen hat, wird nicht noch einen weiteren Impfstoff, sondern Biontech erhalten. Außerdem bekommen auch alle Impflinge unter 30 dieses Vakzin.

Wer sich impfen lassen möchte, muss vor mindestens fünfeinhalb Monaten seine Zweitimpfung erhalten haben. So lautet zumindest die aktuelle Vorgabe, die sich nach einer möglicherweise neuen Empfehlung der ständigen Impfkommission aber ändern kann. „Am Ende entscheidet der Arzt vor Ort, ob früher geimpft werden kann oder nicht“, erklärt Kreissprecherin Daniela Hitzemann.

Trotz des immer höheren Impftempos werde das Ziel nicht schnell erreicht, glaubt Landrat Thomas Hendele: „Die Impfkampagne wird nicht in diesem Jahr abgeschlossen sein“, sagt er. Die nächste Herausforderung kommt auf den Kreis zu, wenn Kinder geimpft werden können. Hendele geht nicht davon aus, dass die Impfkommission weit vor den Feiertagen eine entsprechende Empfehlung ausspricht. Er rechnet damit, dass die ersten Impfungen für Kinder während der Ferien in den dezentrale Impfstationen stattfinden können – oder bei den Ärzten. Erst nach den Ferien könnten auch die Schulen mit einbezogen werden.

Den Großteil der Impfungen übernehmen trotz aller Angebote des Kreises weiterhin die niedergelassene Ärzte. Immer mehr von ihnen bieten Impfungen an, seit kurzem beispielsweise das Gelenkzentrum Hilden im Medi-Tower an der Bahnhofsallee. Auch Kinderärzte wie die Praxis Dr. Geisler-Maren Kürvers an der Gustav-Mahler-Straße sind dabei. Einen Überblick über Mediziner, die auch praxisfremde Patienten impfen, gibt es im Internet unter https://coronaimpfung.nrw/impfregister. Einige Ärzte bieten in der Adventszeit zusätzliche Impftermine an, in Haan zum Beispiel HNO-Fachärztin Beate Dieckmann, Neuer Markt 27-29. Sie impft laut Kassenärztlicher Vereinigung am Sonntag, 12. Dezember, von 9 bis 16 Uhr.

Die Impf-Offensive der Ärzte und des Kreises gewinnt also weiter an Fahrt. „Wer die Gefahr durch das Coronavirus noch nicht verstanden hat, lebt in einer Parallelwelt“, sagt Landrat Thomas Hendele. Er hofft nun, dass die Impfquote in den kommenden Tagen und Wochen steigt. „Angebote gibt es genug“, sagt er.