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Hund Obelix möchte sich nach Suche in Hilden bedanken

Nach Suchaktion in Hilden : Hund Obelix möchte sich bedanken

Die Solinger Anke Löffelhardt war mit ihrem Hund Obelix in Hilden spazieren. Nachdem der Vierbeiner einen Elektrozaun berührt hatte, rannte er vor Schreck weg. Sein Frauchen organisierte eine Suchaktion via Facebook und schaltete auch die Polizei ein. Nach 26 Stunden konnte Obelix unbeschadet gefunden werden. Anke Löffelhardt hat in seinem Namen einen Dankesbrief geschrieben. Das etwas andere Ich-Protokoll.

„Hallo zusammen - ich bin der Obelix, ein rumänischer Herdenschutzhund-Mischling. Seit einem halben Jahr habe ich ein Solinger Frauchen, die mich aus einem schlimmen Tierheim gerettet hat. Ich hieß auch mal „Elvis“ aber weil ich nicht wie ein Rockstar aussehe, sondern angeblich einen dicken Kopf und dicken Bauch habe, taufte mein Frauchen mich „Obelix“.

Ich erzähle von mir, weil ich 26 Stunden in Hilden abgetaucht war und mich jetzt alle Hildener dem Namen nach kennen. Auch die Polizei hat nach mir gefahndet.

Eigentlich fing am Sonntag, 19. September, 10 Uhr, alles ganz nett an: Eine Freundin meines Frauchens wollte mal wieder neue Leute kennen lernen. Für mich war das okay, denn sie brachte zu unserem Ausflug eine nette Hündin mit. Ach ja, und „Hermann“ muss ich auch erwähnen. Der wohnt schon länger bei meinem Frauchen und ist ganz okay. Weil er seinen Napf nicht immer leerfrisst, habe ich jetzt Übergewicht.

Wir drei Hunde und unsere beiden Frauchen machten von Solingen, da kennen uns schon alle, einen Ausflug an die Itter ins aufregende Hilden. Neue Leute kennenlernen und neue Hunde natürlich. Wir waren schon auf dem Rückweg zum Auto – es stand an einem Bolzplatz an einer Bahnschranke.

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Dann geschah das Unglück: „Knall, Peng, Schrei“ – ich bekam an einem Elektrozaun einen Stromschlag. Ich wusste nicht, wie mir geschah, und rannte voller Panik auf und davon. Mein Frauchen hat geistesgegenwärtig einen Fahrradfahrer angehalten, der meine Verfolgung aufnahm. Ich war allerdings mit Adrenalin so voll gepumpt und gut im Training, dass ich meinen Verfolger klar abhängen konnte (er sollte mal über ein E-Bike nachdenken).

Ich war erst einmal weg. Frauchen war wohl ziemlich erschrocken und ganz aufgelöst. Ihre Bekannte blieb am Ausgangspunkt mit ihrer Hündin. Da hat sie schon die ersten Leute kennengelernt, weil sie jeden fragte, ob mich einer gesehen hätte.

Und mein Frauchen hat dann auch gaaaaanz viel Leute kennengelernt. Sie hat halb Hilden nach mir fahnden lassen. Über Facebook, Polizei, Tierheim Hilden. Sie hat Jogger, Spaziergänger, Fahrradfahrer, Kinder und Hunde befragt. Einer hatte mich in einem Maisfeld Richtung Langenfeld gesehen. Stimmt sogar – da war ich zwischenzeitlich mal.

Frauchen ist schnell wieder nach Hause hat ihr Fahrrad geholt.

Sie hat dann mit Einbruch der Dunkelheit die Suche aufgegeben, eigentlich schade, da werde ich richtig munter. Aber am Montag stand sie wieder mit dem Fahrrad am Wegesrand an der Itter und hat alle möglichen Leute angesprochen.

Und tatsächlich: Es hatte mich jemand gesehen. Eine Frau zeigte in meine Richtung – ich lag auf einem Acker versteckt, immer noch in Panik. Und dann kam mein Frauchen angerannt – aber ich wusste nicht, warum sie so laut nach mir rief und bin erst einmal wieder weg und in Deckung.

Aber dann hat sie dem Landwirt, der gerade leckere Pferdeäpfel auf dem Acker verteilte, von mir erzählt. Der hat mich tatsächlich später wieder in seinem Acker rumlungern sehen und mein Frauchen angerufen, die gerade mit der Streife ein nettes Gespräch wegen mir hatte.

Frauchen hat dann alles gegeben und ihr größtes Ass gezogen. Sie brachte nämlich meine Traumhündin Siska und ihr Frauchen mit und zusätzlich rappelte sie so laut mit der Futterdose (ich hatte ja auch fast 30 Stunden nix gefressen), da habe ich gedacht:„Na gut – ich kann ja mal schauen, wie es euch so ohne mich ergangen ist.“

Hermann war nicht so begeistert, als ich aus dem Gebüsch gekrochen kam – aber mein Frauchen und die vielen Leute waren hellauf begeistert und haben einen Freudentanz mitten auf dem Acker aufgeführt. Der Bauer war auch super froh und so nett, wie die ganzen Hildener Bürger, als sie hörten und bei Facebook lasen, dass der dicke Obelix wieder gesund und munter da ist.

Ich bedanke mich bei allen Hildener Bürgern, Polizei, Tierschützern, Hundebesitzern, Joggern Radfahrern und Spaziergängern für die super tolle Unterstützung und Hilfsbereitschaft.

Euer Obelix und Frauchen Anke Löffelhardt aus Solingen.“