Hilden: Hoher Wasserschaden in Kita

Hilden : Hoher Wasserschaden in Kita

Ein Bruch im Regenwasserkanal hat das Gebäude des Kindergartens "St. Jacobus" stark angegriffen. Weil der Caritas-Verband als Träger nicht das nötige Geld hat, muss die Stadt Hilden die Sanierung bezuschussen.

Eigentlich sollte der Kindergarten "St. Jacobus" nur umgebaut werden, damit er weitere Kinder unter drei Jahren aufnehmen kann. Doch als im Rahmen dieser Arbeiten die Bodenfliesen bei den Toiletten entfernt worden waren, erwartete den Träger, den Caritasverband für den Kreis Mettmann, eine böse Überraschung. Denn unter den Fliesen entdeckten die Arbeiter einen großen Wasserschaden, der durch einen Bruch im Regenwasserkanal entstanden war. Und der bereits die innere Holzkonstruktion der Wände und die Fundamente des Gebäudes an der Heiligenstraße angegriffen hatte.

Rund 232 500 Euro müssen nun aufgebracht werden, um den Schaden zu beseitigen. Geld, das der Caritasverband in dieser Höhe nicht hat. Der Stadtrat hat daher einstimmig beschlossen, dem Kindergarten einen zweckgebunden Zuschuss von maximal 172 800 Euro — das ist die Höhe der bislang ungedeckten geschätzten Kosten — zu gewähren. "Die Summe wird sich aber verringern", sagte Beigeordneter Reinhard Gatzke auf Nachfrage unserer Zeitung. Man befinde sich noch in Verhandlungen mit der Versicherung, die angekündigt habe, einen Teil des Schadens zu übernehmen. Der endgültige Betrag stehe aber noch nicht fest.

Die Stadt Hilden ist laut Gatzke verpflichtet, dem Caritasverband in dieser Sache finanziell beizustehen. Der Wohlfahrtsverband hatte den Kindergartenbetrieb im Jahr 2008 von der katholischen Kirchengemeinde St. Jacobus übernommen. Weil das Kölner Erzbistum seine Finanzen konsolidierte, hatte der Kita mit ihren ihren vier Gruppen damals die Schließung gedroht. Ohne das Einspringen der Caritas hätte die Stadt die Einrichtung fortführen müssen, um die Zahl der Kindergartenplätze in Hilden beibehalten zu können. Im Übernahmevertrag wurde festgelegt, dass die Stadt dringende Maßnahmen zur Substanzerhaltung bezuschusst. Der jetzt festgestellte Wasserschaden falle hierunter.

"Dem Kindergarten ist kein Vorwurf zu machen", sagt Gatzke. Ihn treffe keine Schuld an dem Kanalrohrbruch. Wann der Schaden entstanden sei, lasse sich zurzeit nicht feststellen. 2008 hatte ein Architekt die Substanz des mittlerweile 40 Jahre alten Gebäudes untersucht und keine Mängel festgestellt.

Die katholische Kirche, der Grundstück und Gebäude gehören, sehe keine Verpflichtung, einen Teil der Sanierungskosten zu übernehmen. Die Ortsgemeinde hätte ohnehin nicht die nötigen Mittel und bräuchte daher eine Genehmigung des Erzbistums, berichtet der Beigeordnete.

In der vergangenen Sitzung des Jugendhilfeausschusses hatte Sabine Kittel von den Fraktionslosen Christdemokraten angeregt, die katholische Kirche wegen unterlassener Wartung in Regress zu nehmen. Doch das ist laut Reinhard Gatzke ein wenig aussichtsreiches Unterfangen. "Wir müssten dafür einen Gutachter einschalten, der Versäumnisse der Kirche belegt", erklärte der Beigeordnete.

(RP/jul)