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Hochwasser kann Hildener Wasser nichts anhaben

Hilden : Flut kann Hildens Wasser nicht schaden

Experten befürchten, dass die Ahr durch die Flutkatastrophe mit Schadstoffen belastet ist. Die Ahr fließt in den Rhein. In Baumberg wird ein Teil des Hildener Trinkwassers gewonnen. Müssen sich die Hildener deshalb Sorgen machen? Nein, sagen die Stadtwerke Hilden. Die Brunnen seien gegen Oberflächenwasser abgedichtet: „Das Hildener Trinkwasser ist einwandfrei.“

Der Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler warnt eindringlich vor dem Ahrwasser. Jede Menge Giftstoffe, Heizöl, Benzin und auch Chemikalien seien ins Wasser gelangt. Schon ein einziger Tropfen Motoröl kann 1000 Liter Wasser verunreinigen. Hinzu kommt: Das Klärwerk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie das Kanalnetz sind von der Flutkatastrophe massiv getroffen worden. Das Abwasser kann demnach nicht richtig gereinigt werden.

Das vielfach belastete Ahrwasser fließt in den Rhein und kommt irgendwann in Monheim-Baumberg vorbei. Dort wird ein Teil des Hildener Trinkwassers gewonnen – aus Uferfiltrat.

Uferfiltrat ist allerdings nicht, wie der Name vermuten lässt, gefiltertes Rheinwasser, sondern Wasser, das vom Bergischen Land durch die Kies- und Sandschichten zum Rhein fließt, dort zu Grundwasser geworden ist und aus etwa 30 Metern Tiefe gefördert wird. Das Wasserwerk Baumberg GmbH wird gemeinsam von den Stadtwerken Hilden und den Stadtwerken Solingen betrieben und verfügt über sieben Brunnen: fünf in Hilden-Karnap und zwei in Monheim-Baumberg. Das Rohwasser stammt zu 60 Prozent aus den Grundwasserbrunnen im Bereich Karnap (Hilden) und zu etwa 40 Prozent aus Rheinuferfiltrat, das in Baumberg (Monheim) gefördert wird.

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Auch in Hilden gab es Hochwasser und Überschwemmungen. Können sie dem Trinkwasser gefährlich werden? „Regenwasser oder oberflächlich drückendes Wasser kann nicht in die Brunnen eindringen“, erläutert Heike Koch von den Stadtwerken Hilden: „Diese sind genau für solche Fälle abgedichtet gebaut.“

Trinkwasser ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel überhaupt. Es wird permanent kontrolliert. „Das Hildener Trinkwasser ist einwandfrei“, versichert Heike Koch: „Rohwasser und Trinkwasser werden regelmäßig geprüft und es haben sich keinerlei Veränderungen oder Auffälligkeiten gezeigt.“

Das Hldener Wasser ist nicht nur sicher, es ist auch richtig gut. Schon das Rohwasser des Wasserwerks Baumberg habe eine hervorragende Qualität, betont Norbert Feldmann, Abteilungsleiter Wassermanagement bei den Stadtwerken Solingen: „Es hat Trinkwasserqualität. Wir könnten es notfalls unaufbereitet einspeisen. Diese Möglichkeit haben nicht viele Versorger.“

Im Wasserwerk wird das Grundwasser von Kohlensäure befreit, Aktivkohlefilter holen anorganische Stoffe heraus. Die Werte sind ausgewogen. Die einzelnen Parameter bleiben weit unter den Grenzwerten, betont das Wasserwerk Baumberg – auch für Nitrit. Der Nitritgehalt des Hildener Trinkwassers liege unter 0,01 mg/l. Das Wasser sei also auch für Babys und Kleinkinder geeignet. Die Trinkwasseranalyse ist auf der Internetseite unter www.stadtwerker-hilden.de/privatkunden/hildenwasser einsehbar. Das Trinkwasser wird in den Hochbehälter am Sandberg (rund 50 Meter über Normalnull) gepumpt und durch natürliches Gefälle im Stadtgebiet verteilt. Statistisch verbraucht jeder Hildener pro Tag 122 Liter Trinkwasser. Normalerweise werden rund neun Millionen Liter Trinkwasser pro Tag in Hilden verbraucht. Zu Spitzenzeiten in heißen Sommern können es auch schon mal 14,5 Millionen Liter sein. Seit 50 Jahren beliefert die Wasserwerk Baumberg GmbH die Stadt zuverlässig und immer reichlich mit dem unverzichtbaren Lebensmittel – auch nach drei Dürre-Sommern.