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Hildenerin verbringt Mallorcaurlaub in Corona-Quarantäne

Hildenerin auf Mallorca berichtet : Auf der Lieblingsinsel in Corona-Quarantäne

Spanien ist mit der Corona-Pandemie schon einen Schritt weiter. Die Regierung hat eine Ausgangssperre verhängt. Das erlebt gerade unsere Autorin auf Mallorca.

Was Deutschland unter Umständen auch noch blühen könnte, ist in Spanien bereits Realität: Dort steht das gesamte Land quasi unter Quarantäne. Auch die Hildenerin Ulrike Schmidt sitzt dort fest – auf Mallorca. Und darüber berichtet sie für uns.

Mein Mann und ich sind vor zehn Tagen auf unsere Lieblingsinsel Mallorca geflogen. Seit zwanzig Jahren freuen wir uns immer wieder auf unsere kleine Ferien-Wohnung am Meer am nord-östlichen Ende Mallorcas, auch wenn immer auch Reparatur-Arbeiten damit verbunden sind. Natürlich wollten wir jetzt auch Frühlingssonne tanken, spazieren gehen und lecker essen. Hier – in meinem zweiten Lieblingsort neben dem heimatlichen Hilden – ist es um diese Jahreszeit immer ruhig. Es gibt vor den Osterferien kaum Touristen, dafür viel grün blühende Landschaft, Lämmer mit Nachwuchs und – in unserem Fall – das  Meer vor der Haustür.

Seit Beginn dieser Woche wurde das Entspannung-Angebot leider extrem erweitert: In „unserem“ Colonia, das sowieso nur 600 Ur-Einwohner zählt, darf man nur noch aus der Haustür, wenn Einkäufe oder ein dringender Apotheken-Besuch angesagt sind. Das ist die aktuelle Ansage der spanischen Regierung aus Madrid, die natürlich auch das ballearische Mallorca betrifft.

Die „Policia local“ hat nicht nur meinen Mann, der wie auch andere Einkäufer vor dem hiesigen Dorf-Lädchen in der Schlange stand, um Brot und Käse zu kaufen, im Auge gehabt. Die Kunden wurden gezählt. Man nimmt das Ausgehverbot offenbar ganz ernst.

Normalerweise tummeln sich besonders am Wochenende die Malloquiner ganz entspannt auf dem Meer – mit Boot oder auf dem Paddel-Brett. Sie flanieren am Strand, machen Picknick,  genießen ein üppiges Sonntagsessen mit Freunden in ihren alteingesessenen Restaurants. Diese Jahreszeit gehört ihnen, weil die Touristen, die meist ab Anfang April für viele Monate ihre Heimat fluten, noch nicht da sind.

Nun herrscht eine unwirkliche Stille. Wenn ich vom Balkon blicke, sehe ich keine Menschen. Die drei zu allen Jahreszeiten zuverlässig geöffneten Lokale sind geschlossen. Das heißt: Kein morgendlicher Café con Leche, kein Menü del Dia mittags für kleines Geld, kein Vino blanco oder ein Cerveza mit den Einheimischen am Abend. Das ist normalerweiser genau das Erholungsformat, das ich suche. In Kombination mit der stets entspannten mallorquinischen Mentalität, die auch gerne zum Feiern, ihren fröhlichen „Fiestas“, auch Ausländer auf den Dorfplatz einlädt.

Seit Montag sind wir in unserer Wohnung für 14 Tage in Quarantäne. Ohne krank zu sein. Hätten wir einen Hund, dürften wir auf die Straße. Ohne aber auch kein Gassi-Gehen am Strand. Das Autofahren zu zweit ist verboten. Auch der beliebte Wochenmarkt im nahegelegenen Arta, zu dem Touristen normalerweise in Scharen in die Stadt einfallen, fällt aus. Die Polizei kontrolliert am Kreisverkehr.

Aktuell ist das Wetter übrigens schlecht. Vielleicht ist das noch ein kleiner Trost für alle Daheimgebliebenen. Uli Schmidt