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Hildenerin ist als Care-Helferin aktiv

Hilden : Vergessene Krisengebiete liegen ihr am Herzen

Nach ihrem Studium arbeitete die Hildenerin Ninja Taprogge in Indien in einem Entwicklungshilfe-Projekt. Dann kam sie zur Organisation CARE – und blieb dort.

Bereits das Studium verschlug die Hildenerin nach Berlin. „Ich habe Kulturanthropologie studiert“, erzählt Ninja Taprogge. Dabei hat sie sich intensiv mit Migration auseinandergesetzt und sich sehr für Entwicklungszusammenarbeit interessiert. Nach dem Studium ging sie für ein Jahr nach Indien. „Ich hatte dort meine erste Stelle, eine Koordinationsaufgabe bei einem kleinen Projekt“, erinnert sich die 32-Jährige.

Als sie zurückkam, suchte die Hilfsorganisation CARE gerade jemanden, der vertretungsweise in der Pressestelle arbeiten konnte. „Sie haben mich genommen und ich bin nicht mehr gegangen“, erklärt sie lachend. Fünf Jahre ist das jetzt her und Ninja Taprogge ist froh über ihre Aufgabe. „Ich gehe gerne zur Arbeit“, betont sie. „Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, neue Kontexte, weil wir auf internationaler Ebene tätig sind.“

Zu ihrer Arbeit als Medienvertreterin gehören auch Reisen in Krisengebiete auf der ganzen Welt. „Ich war Ende 2017 im Tschad.“ Ein armes Land, das über eine halbe Million Flüchtlinge aufgenommen hat. „Es wird kaum darüber berichtet“, bedauert Taprogge. Ihre Aufgabe ist es, die vergessenen Krisengebiete der Öffentlichkeit wieder ins Gedächtnis zu rufen. „Die vergessenen Krisen liegen mir am Herzen.“

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Zunächst war Ninja Taprogge in der CARE Deutschland Zentrale in Bonn tätig. Doch Anfang 2018 ist sie in das erst kürzlich eingerichtete Büro in Berlin gewechselt, wo sie mit zwei Kolleginnen arbeitet. „Kürzlich war ich mit der politischen Referentin im Irak. Dort haben wir Schulungen für die Mitarbeiter durchgeführt“, erzählt sie. Die Hilfsorganisation beschäftigt zu 95 Prozent Einheimische, die die Sprache kennen und die Bedürfnisse und Nöte der Menschen ihrer Region.

Was Ninja bei ihrer Arbeit sieht, hört und erlebt, ist nicht immer ganz einfach zu verkraften. Ihre Arbeit als Medienvertreterin hilft ihr beim Verarbeiten. „Ich schreibe alles auf.“ Die Hilfsorganisation CARE wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von 22 Wohlfahrtsverbänden in Amerika gegründet. Die Versorgung der hungernden Bevölkerung in Europa sowie ihr Einsatz bei der Berliner Luftbrücke machten sie berühmt. „Heute sind die Pakete auch schon mal andere“, sagt Ninja Taprogge. Da werden Bildungspakte an Mädchen im Irak verschickt oder Ausbildungspakete in Wassertechnik an junge Männer in Somaliland. „Aber es gibt auch die klassischen Care-Pakete mit Lebensmitteln für Katastrophengebiete wie Indonesien nach dem Erdbeben.“

Die Lebensmittel kauft die Hilfsorganisation auf lokalen Märkten, um diese zu stärken. „Außerdem bekommen die Leute dann die Nahrungsmittel, die sie kennen und mögen“, weiß Ninja Taprogge. Damit die Zustände in den Krisenregionen bekannt werden und die vergessenen Krisen Medienaufmerksamkeit bekommen, unterstützt CARE Journalisten bei Reisen in diese Gebiete.

Es ist eine erfüllende, aber sicher auch nicht ganz einfache Aufgabe, die Ninja Taprogge sich da ausgesucht hat. Um ihr seelisches Gleichgewicht zu wahren, geht die junge Frau gerne laufen oder macht Yoga. „Ich gehe jetzt für vier Wochen in den Yoga-Urlaub“, verrät sie. Und eine Yoga-Lehrer-Ausbildung macht sie auch. „Was immer hilft, sind Freunde und Familie“, erzählt Ninja, „sie zu besuchen und schöne Dinge zusammen zu machen.“ Das gibt ihr neue Kraft für ihre verantwortungsvolle Arbeit im Einsatz für Menschen in Not.