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„Hildener Stadtwald ist stark genutztes Naherholungsgebiet“

Interview mit Dennis Anders : „Stadtwald ist ein stark genutztes Erholungsgebiet“

Förster Dennis Anders und sein Team haben im Herbst 2020 rund 10.000 Bäume im Stadtwald gepflanzt. Die absterbenden Fichten werden durch Eichen- und Buchenmischwaldgesellschaften ersetzt.

Wie hat sich der Wald nach dem Brand im vergangenen Jahr erholt?

Anders Tragischerweise kommt es in den letzten Jahren vermehrt zu Bränden, ausgelöst durch die Sommertrockenheit und Hitze. Die große Brandfläche südliches des Jabergs 2019 hat sich gut erholt. Hier waren nämlich eine Feuchtheide und ein Moorgebiet betroffen, was die Löscharbeiten unterstützte. Durch das frühe und erfolgreiche Einschreiten der Feuerwehr, konnte ein Übergreifen der Flammen auf den Hochwald verhindert werden. Daher immer wieder der Appell der Stadtverwaltung, in den Sommermonaten im Wald nicht zu rauchen und auch keinen Müll zu hinterlassen.

Wie haben Sie den Wald auf den Sommer vorbereitet?

Anders Der Hildener Stadtwald wird bereits seit vielen Jahrzehnten als mehrstufiger Mischwald gepflegt und unterhalten. Das erzeugt einen hohen Mischungsgrad aus verschiedene Baum- und Straucharten unterschiedlichen Alters. Diese Mischung sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis und sichert den Pflanzenbestand, auch bei unterschiedlichen Schadereignissen, wie Feuer oder Insektenbefall.

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Was macht dem Wald mehr zu schaffen – Borkenkäfer oder Hitzejahre?

Anders Die Effekte im Wald, der ein komplexes Ökosystem darstellt, stehen immer im Verhältnis zueinander. Die trockenheißen Sommer der letzten Jahre haben zu einer Schwächung der baumeigenen Abwehrkräfte geführt. Im Gegenzug haben diese Witterungsbedingungen zum Beispiel die Fichtenborkenkäfer für extrem gute Lebensbedingungen und eine starke Vermehrung gesorgt.

Wie geht es den Wildtieren im Stadtwald?

Anders Coronabedingt hat die Besucheranzahl im Stadtwald deutlich zugenommen, was auch die Wildtiere merken. Durch die Fülle auf den Wegen weichen einige Menschen in die Waldbestände auch abseits der Wege aus. Was zusammen mit der erhöhten Anzahl der teilweise freilaufenden Hunde unterstützt, dass die Waldtiere weniger Rückzugsmöglichkeiten finden. Daher bittet die Stadtverwaltung die Menschen, nach Möglichkeit auf den Wegen zu bleiben und ihre Hunde anzuleinen bzw. bei-Fuß-gehen zu lassen.

Wie sieht ein typischer Tag im Leben eines Försters aus?

Anders Der Beruf des Försters ist sehr abwechslungsreich. Typische Tage gibt es nicht, dafür aber klassische Aufgaben. Das Aufgabenspektrum erstreckt sich von klassischen Verwaltungsaufgaben (Finanzplanung, Antragsbearbeitung, Personaleinsatzplanung Bürgeranfragen), über Biotop- und Naturschutzplanung, Betreuung und Pflege der Erholungseinrichtungen (Spielplätze, Schutzhütten, Bänke, Waldwege, etc.), Planung der notwendigen Forstwirtschaftsmaßnahmen, bis zu hin zur Kontrolle der Bäume auf Krankheiten.

Kann man den Wald nicht sich selbst überlassen?

Anders Bei dem Hildener Stadtwald handelt es sich um ein Naherholungsgebiet, das stark frequentiert ist. Daher müssen hier Verkehrssicherungsmaßnahmen getroffen werden. Anders ist dies beispielsweise in einem Nationalpark, der nur an ausgewählten Wegen betreten werden darf. Dieser wird (abgesehen von der Wegpflege) sich selber überlassen.

Wie wird der Stadtwald in 20 Jahren aussehen?

Anders Seit einiger Zeit werden die Nadelbäume durch robustere biotop- und klimaangepasste Baumarten ersetzt. Dadurch wird sich das Bild leicht verändern, der Stadtwald wird in seinem Umfang allerdings erhalten bleiben.