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Hildener Stadtrat lehnt Kauf von Luftreinigern für Schulen ab

Beschluss in Hilden : Stadtrat lehnt Kauf von Luftreinigern für Schulen ab

Die Bürgeraktion wollte den Zusatzschutz für Schüler und Lehrer. Eine große Mehrheit stimmte dagegen. Ein Unternehmen will 20 Geräte spenden. Die sollen in den Schulmensen aufgestellt werden.

Mit Luftreinigern sollte die Stadt Hilden Schüler und Lehrer in ihren Schulen zusätzlich vor einer Corona-Infektion schützen. Der Stadtrat hat diesen Antrag der Bürgeraktion Hilden mit großer Mehrheit abgelehnt. „Zwei Stunden in einem Raum mit Luftreiniger sind eine einzige Katastrophe“, sagte Claudia Schlottmann (CDU) nach eigenen Erfahrungen im Düsseldorfer Landtag. Mit der warmen Jahreszeit werde das Lüften wieder einfacher, meinte Kevin Buchner (SPD). Er halte das Lüften der Klassen für sehr sinnvoll. Die BA habe nicht dargelegt. woher das Geld für die hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten (geschätzt 1,9 Millionen Euro) für die Luftreiniger kommen solle.

„Das Impfen macht Fortschritte“, sagte Marianne Münich (Grüne): „Wir sollten die Sommerzeit zum Lüften der Klassen nutzen und die Entwicklung der Pandemie beobachten.“ Die Grünen wollten nicht teure Geräte anschaffen, die am Ende ungenutzt in der Ecke stehen.

„Wir haben viele Corona-Tote in Hilden zu beklagen, aber nicht bei Kindern und Jugendlichen“, betonte Schuldezernent Sönke Eichner. Das Land fördere Luftreiniger nur für Räume, in denen keine andere Lüftung möglich sei: „Ich bin froh, dass wir solche Räume an Hildener Schulen nicht haben.“

Ein Unternehmen aus Hilden wolle 20 Luftreiniger spenden, berichtete Bürgermeister Claus Pommer. Er wolle die Geräte in den Schulmensen einsetzen, weil dort die Mund-Nase-Masken zum Essen abgenommen werden müssen.

Das Umweltbundesamt hält Luftreiniger in Schulen nur in Ausnahmefällen als zusätzliche Maßnahme für gerechtfertigt. Weil eine verlässliche Reduzierung der Coronaviren ausschließlich durch mobile Luftreinigungsgeräte in Unterrichtsräumen nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht eindeutig nachgewiesen sei.

Laut einer Untersuchung hessischer Wissenschaftler ist das Stoßlüften in Schulen um ein Vielfaches wirksamer als der Einsatz von Luftfiltergeräten, berichtete das Ärzteblatt Ende November 2020.