Hildener Spezialist für Backofen- und Kältetechnik beliefert ganze Welt

Hilden : Auch im Burj al Arab stehen Wachtel-Öfen

Der Spezialist für Backofen- und Kältetechnik mit Sitz in Hilden beliefert Bäckereien und Konditoreien in aller Welt.

Im modernen Neubau prangt an der weißen Wand eine gusseiserne Reminiszenz an vergangene Zeiten – eine schwere, schwarze Backofenklappe mit dem Schriftzug „H. Wachtel Düsseldorf“. „Früher waren die Öfen mit dem Haus verbunden und keine beweglichen Objekte“, erklärt David Holzwarth, Geschäftsführer der Wachtel GmbH. Seine neueren Errungenschaften zeigt das Unternehmen in einem Raum im Erdgeschoss: Dort findet sich der Gast in einer großen Backstube wieder – umringt von einer Ansammlung verschiedener moderner Öfen. „Hier im Showroom testen die Kunden ihre Produkte aus und bringen dafür auch ihr eigenes Mehl mit“, sagt Holzwarth.

Vor der individuellen Fertigung des jeweiligen Backofens steht immer erst die Beratung der Bäcker und Konditoren, die sich mit unterschiedlichen Wünschen und Anforderungen an die Backtechnik-Experten wenden. „Wir beschäftigen auch eigene Backmeister“, betont Holzwarth, der seit fünf Jahren die Geschäftsführung innehat. Die Aufgabe teilt er sich mit Eigentümer Oliver Frey, der gewissermaßen die dritte Generation im Familienbetrieb verkörpert: Sein Schwiegervater Günter Wachtel schaut noch heute regelmäßig rein. Fast 50 Jahre lang hat er die Geschicke des Unternehmens gelenkt – als Nachfolger seines Vaters Hans. Der wiederum hatte das Unternehmen im Jahr 1923 in Düsseldorf gegründet. „Das war damals ein typischer Garagenbetrieb“, sagt Holzwarth. Dabei sollte es nicht bleiben: 1970 zog Wachtel nach Hilden um. Der Legende nach hatte der Pelz einer Passantin beim Lackieren der Öfen am kleinen alten Standort gelitten. Wie dem auch sei: An der Hans-Sachs-Straße folgten Erweiterungen, deren architektonische Spuren an den verschiedenen Gebäuden auf dem Gelände abzulesen sind.

In dem System aus Hallen finden sämtliche Produktionsabschnitte statt – vom Ausstanzen der Metallteile bis zum Elektrifizieren von Backöfen sowie den Kühl- und Konservierungssystemen für die Backwaren, die das Unternehmen ebenfalls anbietet. Sind sie alle erst einmal transportfertig verpackt, haben sie oft eine lange Reise vor sich: Denn Wachtel verkauft seine Waren rund um den Globus. Einen entscheidenden Anteil daran hat die deutsche Brotkultur. „Brot ist eben ein Exportschlager“, betont Holzwarth. Und so blieb es nicht aus, dass auch Backmeister, die in die Welt auszogen, die Geräte, an denen sie einst in der Heimat gelernt hatten, in fernen Ländern hoffähig machten. „Bäcker greifen gerne auf Bewährtes zurück“, sagt Holzwarth.

Und so überrascht es nicht, dass auch die Aida-Flotte, das berühmte Luxus-Hotel Burj al Arab oder der Hauptbahnhof von Tokio mit Wachtel-Öfen bestückt sind. Die Produktpalette in Sachen Back- und Kältetechnik richtet sich dabei laut Angaben des Unternehmens an kleine inhabergeführte Bäcker ebenso wie an mittelständische Industriebetriebe – nicht aber an Discounter. „Wir unterstützen das traditionelle Handwerk“, betont Oliver Frey in der Firmenbroschüre.

Viele Kunden erweisen sich dabei für Wachtel offenbar als treue Begleiter – schließlich hält ein Ofen mehrere Jahrzehnte. „Und viele Bäckereien, die wegen neuer Produkte zu uns kommen“, berichtet Holzwarth, „zählten auch in ihrer vorherigen Generation schon zu unseren Kunden.“

Mehr von RP ONLINE