Hildener Sommer: Wimpel-Nähaktion

Hilden : Bunte Wimpel für einen tollen Sommer

Wenn die bunten Wimpel flattern – dann starten das neue Kulturamtsteam und alle Mitmacher in einen kreativen Sommer

„Der Hildener Sommer braucht ein neues Gesicht.“, darin waren sich Eva Dämmer und Sandra Abend, die neuen, verantwortlichen und kreativen Kultur-Damen einig. Schon vor dem offiziellen Start musste nun auch entsprechend neue Deko für die gute Stimmung in der Stadt her: „Wimpel-Nähen“ auf dem Ellen-Wiederhold-Platz war angesagt.

Die Idee, über der Einkaufsstraße bunte Girlanden zu besonderen Festen flattern zu lassen, gibt es häufig im Süden. Meistens ist diese Deko aus Plastik. „Wir wollen jetzt erst einmal zehn Ketten mit bunten Wimpeln aus Stoff herstellen und über die Mittelstraße spannen.“, erklärt Dämmer. Mit den Anwohnern sei das Projekt abgesprochen.

Am Sonntag standen lange Tische unter einem Pavillon. Bunte Stoffreste, Scheren, Maßbänder und Schablonen waren darauf verteilt. Zwei elektrische Nähmaschinen standen auch bereit. Bügelbretter mit Bügeleisen ergänzten die Ausstattung. Eva Dämmer hatte auch Kolleginnen aus der Musikschule akquiriert: Ina van Stiphaut näht normalerweise Kostüme für Schüler-Aufführungen, saß jetzt aber auch gerne mit Windjacke an der Open-Air-Näh-Maschine, um zugeschnittene Wimpel an Schrägband zu nähen.

Rund 20 Hobby-Schneiderinnen waren am frühen Nachmittag damit beschäftigt, längliche Dreiecke auszuschneiden. Die bunten Stoffe und Garne hatte Anja Kopecki, Inhaberin von „Tante Hilde“, gespendet:

Ob weiße Pünktchen auf Quietschgrün oder abstrakte Katzen auf Orange – die Farben leuchten und das Material ist waschbar. „Wenn die Wimpel dann im Wind wehen, könnte man das Gefühl haben, man wäre auf der Mittelstraße im Urlaub.“, träumte Dämmer.

Überhaupt setzten die neuen Kulturverantwortlichen auf Überraschungen. In punkto Straßenkunst darf man sich in Hilden demnächst auf außerirdische Begegnungen einstellen, die Liebe auch in die City tragen wollen. Ganz bodenständig wurde aber zunächst mit dem Metermaß gearbeitet. Zwölf Meter lang muss nämlich die Wimpelkette bestückt sein und noch zwei weiter zum Anbinden zu überbrücken. Die einzelnen Stoff-Teile wurden doppelt gelegt und mit einem Zick-Zack-Saum versehen. Danach folgte die Schrägband-Aufhängung.

Nadine Reinhold ist bereits durch ihre Arbeit in Hildens Stadtbücherei zum Nähen gekommen und übertrug nun die Papp-Schablonen-Vorgabe mittels Bleistift auf Textil. Sie weiß, dass „Do it yourself“ zurzeit in Mode ist. Es mache einfach Spaß, selber etwas nach eignen Wünschen zu gestalten. Mitschneiderin Hedwig Reuschn kennt das bunte Fähnlein-Flattern aus Schweden. „Es ist doch schön, mit anderen ewas gemeinsam zu gestalten“, betonte sie.

Bei Wind brauchte es zeitweise nicht zwei, sondern vier Hände am Tisch, um zum Zuschnitt zu kommen. An der zweiten Nähmaschine freute sich Andrea Janosch gleich daneben über ein gut sortiertes Nähkästchen mit Garn und leeren Spulen. Sie hatte aus der Zeitung von der Aktion erfahren und gedacht: „Da schau ich mal vorbei.“

Spätestens bei der Mitmachaktion „Ideen auf den Tisch“ auf dem alten Markt, sind Kreative wieder gern gesehen in diesem Sommer.

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