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Hildener Schulen bei Digitalisierung weit vorn

Hilden : Hildener Schulen bei Digitalisierung weit vorn

Bis Ende 2020 sollen alle städtischen Schulen einen Glasfaseranschluss bekommen. Und fast alle Schüler ein persönliches iPad.

Von den 5500 Schulen in Nordrhein-Westfalen haben erst 21 Prozent Anschluss an schnellstes Internet, teilt das Landesministerium für Digitalisierung (Stand September 2019) auf Anfrage unserer Zeitung mit. Bis Ende 2022 sollen es alle Schulen in NRW sein, so der Plan der Landesregierung. An zwei Drittel der Schulen in NRW fehlen Klassensätze an Tablet-PC und Smartphones, ermittelte Forsa in einer Umfrage für den Landesverband Bildung und Erziehung, veröffentlicht im Mai 2019.

Da sieht es an den städtischen Schulen in Hilden aber deutlich besser aus. Bis auf acht Grundschulen sind bereits alle städtischen Schulen an das Glasfasernetz angeschlossen. Die Stadtwerke haben zugesagt, auch die Astrid-Lindgren-Schule, die Offene Ganztagsschule Am Elbsee, den  Grundschulverbund Beethovenstraße, den Grundschulverbund Schulstraße, die Wilhelm-Busch- sowie die Wilhelm-Hüls-Schule bis Ende 2020 mit einem Breitband-Anschluss für superschnelles Internet zu versorgen.

Deshalb hatte sich die Stadt Hilden als erste Kommune um die neue Förderung des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie beworben. Mit Erfolg: Das Land stellt 276.773 Euro zur Verfügung. Das deckt 80 Prozent der Baukosten sowie die monatlichen Netzentgelte für die ersten drei Jahre. Den Ausbau sowie die Versorgung übernehmen die Stadtwerke Hilden mit ihrem Glasfaserprodukt hildenMedia. Sie haben 2019 die europaweite Ausschreibung gewonnen und sind gerade dabei, für Millionen Euro ein eigenes Glasfasernetz in Hilden zu verlegen.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings freut sich, dass sich die städtische Tochtergesellschaft gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat – und die Fördermittel damit in der Stadt bleiben: „Damit haben wir für dieses wichtige Projekt einen starken und dazu noch lokalen Partner an unserer Seite.“ Die Stadt muss zwar eisern sparen (Kämmerin Anja Franke fehlen im Etat bis 2024 knapp 40 Millionen Euro). Aber nicht bei der IT- und Medienausstattung der städtischen Schulen. Das geht aus dem neuen Medienentwicklungsplan hervor, der am 23. April im Schulausschuss beraten werden soll. Von 2020 bis 2024 will die Kommune rund 2,7 Millionen Euro in die Digitalisierung ihrer Schulen investieren. Darunter rund 750.000 Euro in die IT-Grundstruktur wie Netzwerk, Server, WLAN oder Interaktionsgeräte. Und weil die Verwaltung so fix bei der Bewerbung um Zuschüsse war, werden rund 90 Prozent davon von der  Landesregierung (Digitalpakt) finanziert.

Bis 2024 sollen auch fast alle Schüler an den städtischen Bildungseinrichtungen ein persönliches iPad erhalten. Auch diese Ausstattung kann aus dem Digitalpakt der Landesregierung gefördert werden, allerdings maximal 25.000 Euro pro Schule. Die iPads können auch privat genutzt werden. Deshalb will Bürgermeisterin Birgit Alkenings die Eltern auch an den Anschaffungskosten beteiligen. Das ist zumindest angedacht.