Hilden: Hildener Oldiefestival lässt's im Haus Tillmann so richtig rocken

Hilden: Hildener Oldiefestival lässt's im Haus Tillmann so richtig rocken

Rainer Lorenz erinnert sich: "Ich bin 2003 aus Sachsen hergezogen und kannte hier kein Schwein". Im gleichen Jahr wurde das 1. Hildener Oldiefestival aus der Taufe gehoben, das fortan im 1. Quartal eines jeden Jahres mit wechselnden Rockbands stattfindet. "Bands wie Hot Stuff, Joy, Moondogs und Sixpack hatten den Gedanken, Leute ins Haus Tillmann einzuladen, die gerne Oldies hören". Seit 13 Jahren sitzt Lorenz bei Hot Stuff hinter dem Schlagzeug und am Samstag feierte das Hildener Oldiefestival sein 15. Jubiläum. "Heute vor 15 Jahren, also 2003, flog die Concorde zum letzten Mal, rollte der letzte Käfer in Mexiko vom Band, hatten wir in Europa eine große Hitzewelle. Und Modern Talking trennte sich", zählt Lorenz in seiner Ansprache auf.

Bei den beiden Auftritten von Lorenz' Band Hot Stuff sowie den Moondogs platzt der Veranstaltungssaal des Haus Tillmann aus allen Nähten. Üblicherweise werden mehr als 300 Karten im Vorfeld verkauft; an der Abendkasse kommen nochmal bis zu 100 Stück hinzu. Das Publikum rockt bei Coversongs wie "Nutbush Citiylimit", "She's got the look", "Johnny B. Good" und "It's a heartache". Zwischen den Oldie-Fans steht ein verhältnismäßig junges Pärchen: Julia Burek und Lukas Leßelich. "Mein Onkel ist Thomas Kiss, der Bassist der Moondogs", sagt Leßelich. "Ich habe meine Freundin aus Köln mitgebracht, um ihr zu zeigen, was in unserem Städtchen musikmäßig läuft". Das Oldiefestival ist "Familiensache" für den 27-Jährigen. Ein Großteil seiner Verwandtschaft sei im Publikum vertreten. "Die Stimmung ist gut, die Leute singen mit", freut sich Julia Burek, die Freundin von Leßelich. Die Kölnerin hört Musik "querbeet" und erkennt viele Coversongs von Moondogs und Hot Stuff wieder. Leßelich fügt hinzu: "Bei mir auf der Arbeit hören wir den ganzen Tag Musik, die in die Richtung des heutigen Abends geht. Keine moderne abgemixte Dudelei, sondern Musik, die aus dem Herzen kommt". Das Oldiefestival sei Kult, meint Lorenz.

1966 sind die Moondogs aus einer ehemaligen Hildener Schülerband hervorgegangen. Rainer Lorenz klärt auf: "Die hatten einen sehr charismatischen Frontsänger namens Rolf Sondermann, der leider schon verstorben ist. Das warf die Band zurück. Aber immer noch kennen viele ehemalige Mitschüler die Moondogs aus alten Zeiten und gehen gerne zu den Konzerten". Rainer Lorenz übernahm die Organisation des 15. Hildener Oldiefestivals: "Weil keiner mehr so recht wollte", schmunzelt der Sachse. "Man muss ja Plakate drucken und Sponsoren gewinnen - jetzt ist das erstmal meine Aufgabe". Gibt es schon einen Ausblick auf 2019? "Vermutlich trete ich mit Hot Stuff wieder auf. Und was eine zweite Band angeht: Wir haben nicht viel Auswahl in Hilden. Wir müssen eine Band finden, die das Publikum zieht".

(aca)