Hildener Nachbarschaftszentren wollen Generation 55 plus erreichen

Lebenswertes Quartier im Alter : Besser älter werden in den Quartieren

Für das Jahr 2020 planen die Nachbarschaftszentren fünf Gespräche. Ziel ist es, die Menschen 55 plus zu gewinnen.

Wandern, radeln, kochen, aber auch gemeinsame Theaterbesuche oder Spielenachmittage stehen aktuell auf dem Programm der Nachbarschaftszentren in Hilden. Sie sind ein Ort, an denen sich Senioren mit gleichen Interessen treffen können, ein Ort des Austausches und der Geselligkeit, aber auch der kreativen Freizeitgestaltung.  Die fünf Hildener Nachbarschaftszentren befinden sich in Trägerschaft der Awo Hilden, der Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann und der Katholischen Kirchengemeinde St. Jacobus, die mit der Stadt Hilden kooperieren.

Für das kommende Jahr haben sich die Träger ein ehrgeiziges Ziel gesetzt.  Mit dem Projekt „Neue Impulse für ein lebenswertes Quartier im Alter“  wollen sie das Angebot der Nachbarschaftszentren überarbeiten und eine neue Zielgruppe gewinnen. „Jeder Senior möchte in seinem gewohnten Umfeld bleiben, und das möglichst lange. Die Nachbarschaftszentren helfen dabei, diesen Wunsch zu unterstützen“, erklärt Sabine Kussel-Schmitz, Leiterin der Nachbarschaftszentren St. Jacobus und St. Marien.

Wie sich die Senioren ihr Leben in den jeweiligen Stadtteilen vorstellen, was sie benötigen, was fehlt – das soll jetzt in einzelnen Stadtteilgesprächen geklärt werden. Los geht es am 27. Januar, 17 bis 20 Uhr, in Hilden-Mitte mit dem Nachbarschaftszentrum St. Jacobus, Mittelstraße 8. „Es soll ein lockerer Austausch sein. Wichtig ist, dass die Ideen und Wünsche sprudeln können“, sagt Sabine Dreißigacker, Leitern des Nachbarschaftszentrums Haus-im Süden. Nach jeder Gesprächsrunde werde dann geschaut, was wie umgesetzt werden kann, oder wobei die Träger Unterstützung  benötigen.

„Das ist mittlerweile der dritte Durchgang. Zweimal ist die Initiative von Stadt und  vom Netzwerk Zwar (Zwischen Arbeit und Ruhestand) ausgegangen und war dann bei den Begegnungsstätten angedockt“, erklärt Alt-Bürgermeister Günter Scheib, der heute Vorsitzender der Awo Hilden ist. Jetzt da zum Ende des Jahres 2019 die Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen an die Zwar-Zentralstelle gestrichen werden soll, geht die Initiative von den Nachbarschaftszentren aus.

„Die meisten Menschen, die wir ansprechen, fühlen sich noch gar nicht so alt. Unser Ansatz ist zu fragen ‚Was möchte ich eigentlich bei meinem Eintritt in den Ruhestand machen‘“, führt Heike Cremerius, Leiterin der Nachbarschaftszentrums Robert-Gies-Haus aus. Dabei soll es aber um mehr gehen als ein klassisches Kaffeetrinken, wie sich viele vielleicht ein Treffen in den Begegnungsstätten vorstellen. Zum einen geht es darum, der Vereinsamung vorzubeugen, neue Kommunikationsmöglichkeiten zu finden, aber auch um eine gemeinsame Freizeitgestaltung sowie eine Vernetzung von Interessen.

Der Auftakt der Stadtteilgespräche ist am Montag, 27. Januar, in St. Jacobus, das letzte Gespräch erst am Dienstag, 12. Mai, in St. Marien. Danach wollen die Träger Bilanz ziehen, wollen schauen welche Wünsche, Ideen und welchen Bedarf es überhaupt überall gibt.

Das Angebot in den jeweiligen Nachbarschaftszentren richte sich dann zum einen nach Bedarf, soll sich aber auch voneinander unterscheiden, hieß es weiter.  Um die jeweiligen Gesprächsrunden zu bewerben, wollen die insgesamt vier Leiterinnen Heike Cremerius, Janine Wrobel, Sabine Kussel-Schmitz und Sabine Dreißigacker mit Postwurfsendungen darauf aufmerksam machen.