Hildener Lehrer bestreitet Rassismus-Vorwürfe

Ermittlungen : „Dich hätte man vergast“ – Lehrer bestreitet Vorwürfe

Über seinen Anwalt hat ein Lehrer der Wilhelmine-Fliedner-Gesamtschule bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Rassismus-Vorwürfe gegen ihn bestritten. Die Hildenerin Bianka E. wirft dem Lehrer vor, im Juni des vergangenen Jahres, ihren Sohn Karim (14) rassistisch beleidigt zu haben.

In einer allgemein unruhigen Situation in der Klasse habe er zu dem 14-Jährigen, der einen libanesischen Vater hat, gesagt: „So etwas wie dich hätte man früher vergast.“

Die Mutter habe zunächst das Gespräch mit dem Pädagogen gesucht. Dabei sei der Mann aber nicht auf die Vorwürfe eingegangen. Danach habe sie ihn angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hat im Zuge der Ermittlungen auch Mitschüler vernommen, die Karims Aussage „im Wesentlichen“ bestätigen, so die Behörde.

Nun sollen weitere Zeugen gehört werden, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Düsseldorf: „Im Zweifel werden wir alle Schüler, die an diesem Tag in der Klasse saßen, als Zeugen vorladen“, sagte sie. Das könne dauern. Sie rechnet damit, dass noch ein paar Wochen ins Land ziehen, bevor die Staatsanwaltschaft die Entscheidung trifft, ob Anklage gegen den Mathelehrer erhoben wird oder nicht.

Der Pädagoge darf unterdessen weiter unterrichten, von einer Beurlaubung hat der Schulträger, die Evangelische Kirche im Rheinland, zunächst abgesehen. Jedoch läuft ein Disziplinarverfahren gegen ihn. „Wir lassen das Verfahren aber ruhen, bis die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Ermittlungen vorliegen“, erklärte Jens Peter Iven, Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland. Karim E. hat nach dem Vorfall die Schule gewechselt.