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Hildener Kinderparlament besucht Kletterpark am Unterbacher See

Hilden : Fürs Kinderparlament geht's hoch hinaus

Auf Einladung der Hamann Stiftung besuchten Kinder des Hildener Kinderparlaments den Hochseilgarten Querfeldein am Südstrand des Unterbacher Sees – als dank für ihr politisches Engagement und als Ausgleich für die Einschränkungen in der Corona-Krise.

„Oh mein Gott“, ertönt eine leicht aufgeregte Stimme von oben, und auch wenn sich das Mädchen auf dem Podest im Hochseilgarten elf Meter näher beim Herrgott befinden könnte, Zuversicht kommt dennoch von unten. Beruhigend gibt Guido Scholz, Inhaber von Querfeldein, einem breit aufgestellten Adventure-Incentive-Camp am Südstrand des Unterbacher Sees, Tipps für das Weiterkommen auf dem schwindelerregenden Parcours des Hochseilgartens. Das Mädchen fasst Zutrauen und genießt anschließend die Seilrutschen als letzte Etappen.

Als Dank für das politische Engagement und als Ausgleich für die erlittenen Handicaps während der Corona-Zeit hatte die Hamann Stiftung die Mitglieder des Hildener Kinderparlaments zu zwei Ferientagen eingeladen. Die eher spielerischen Kanufahrten hatten bereits stattgefunden, nun steht für 22 Kinder der Nervenkitzel im Hochseilgarten auf dem Programm. Bevor die ersten Kinder sich auf den Parcours des ersten Schwierigkeits- und Höhen-Grades wagen, gibt es von Guido Scholz nach Corona-Regeln eine Standardeinführung.

Er erklärt die kontinuierliche Sicherung, ein Durchlaufsystem bei dem die „Katze“ nicht gelöst und neu in die Sicherungsdrähte angebracht werden muss. Man kann sich also gefahrlos fallen lassen. Vorausschauen ist wichtig, denn es darf immer nur eine Person auf einer Station sein. Einmal unterwegs, geben sich die Kinder häufig selber Tipps. „Das schult die Hilfe zur Selbsthilfe und fördert die Interaktion zwischen den Kindern“, sagt Scholz.

Genau auf dieses Miteinander hat es Susanne Hentschel-Biller, die seit 2015 die Mitglieder des Hildener Kinderparlaments betreut, abgesehen. „Wir konnten im vergangenen Jahr nur eine Sitzung im Oktober abhalten, dann kamen Herbst- und Weihnachtsferien und schließlich Corona, und ich wollte mit ihnen in Kontakt bleiben, denn ich fürchtete um den Zusammenhalt“, so Hentschel-Biller. Sie freut sich, „dass ich jetzt sehe wie Kinder jenseits der gemeinsamen politischen Aktionen sogar Freundschaften schließen“.

„An einer Stelle wusste ich nicht, wo ich meine Füße hinsetzen sollte“, sagt Jannis. Ansonsten hat die Kletterei dem 13-Jährigen viel Spaß gemacht. Leyla hat es ebenfalls Spaß gemacht, wenngleich sie gelegentlich die Angst vor der eigenen Courage heimgesucht hat. „Aber es war toll wie Tarzan die Seilrutsche entlang zu fliegen“, sagt die Neunjährige, die erst noch etwas trinken will, bevor sie überlegt, den Parcours ein zweites Mal zu absolvieren oder sich an den Parcours mit höherem Schwierigkeitsgrad zu wagen.

Die Förderung des Kinderparlaments war von jeher ein Anliegen der Hamann Stiftung. „Das habe ich damals vorangetrieben, dass wir neben der Musikschule auch das Kinderparlament unterstützen“, sagt Georg Stötzel vom Stiftungsbeirat. Auch Stiftungsbeirätin Birgit Storm hält viel vom Kinderparlament. „Meine Töchter haben damals ihr politisches Interesse entdeckt, und das besteht noch heute“, so Storm. Im Fokus des Kinderparlaments stehen auch gemeinsame Projekte wie etwa ein Beet samt Bienenhotel an der Schwanenstraße. Auch Besuche des Friedensdorfes in Oberhausen stehen regelmäßig auf dem Programm. So hat das Kinderparlament den Erlös von 2000 Euro aus dem Verkauf von Plätzchen auf dem Weihnachtsmarkt an das Friedensdorf gespendet.