Hilden Die Tücken des Home Office

Hilden · Unternehmer wie Patrik Menne haben derzeit alle Hände voll zu tun.

 Eine Mitarbeiterin nimmt aufgrund der Ausbreitung des Coronaviruses aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil.

Eine Mitarbeiterin nimmt aufgrund der Ausbreitung des Coronaviruses aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Nicht nur haltbare Lebensmittel und Klo-Papier stehen derzeit hoch im Kurs: Auch der Bedarf an Notebooks und ähnlichen technischen Hilfsmitteln ist offenbar deutlich gestiegen. So berichtet es jedenfalls Patrik Menne. Der gelernte Fachinformatiker für Systemintegration gründete im Jahr 2014 gemeinsam mit Geschäftspartner Sven Budde das Unternehmen ITgration. Das hat mittlerweile zehn Mitarbeiter. „Cloud Services“ – die Bereitstellung einer überall über das Internet verfügbaren Infrastruktur – sowie Beratung und gegebenenfalls Beschaffung von Hardware gehören zu den Geschäftsfeldern des Hildener Informationstechnologie-Dienstleisters. Und der Hilfsbedarf der Kunden scheint durchaus groß zu sein: „Wir bekommen sehr viele Anfragen“, erzählt Menne. Das Gleiche gelte auch für die Systemhaus-Partner. Das Problem, dass dabei viele Betriebe beschäftige, sei die Verlagerung von Arbeitsplätzen auf die eigenen vier Wände. Da viele Mitarbeiter nicht bereit seien, ihre private Ausstattung für die Arbeit zu nutzen, und diese den Sicherheitsanforderungen eines Unternehmens oft ohnehin nicht gerecht würde, kauften viele Chefs für ihre Belegschaft Notebooks – idealerweise nicht wahllos, um einen „wilden Zoo“ an Geräten auch für die Zeit nach der großen Krise zu vermeiden. „Auch bei PC wird es eng“, betont Menne. Die Lager seien leer, die Nachversorgung wiederum laufe äußerst schleppend. Das bringe bereits manch einen Betrieb in Schwierigkeiten. „Wir stellen fest, dass gerade kleine Unternehmen zittern“, sagt der 41-jährige Fachmann. Dabei habe er vor der Corona-Krise noch von einigen Partnern gehört, sie bräuchten keine Notebooks.

Frei von Problemen sei aber auch die Umstellung der Arbeitsweise nicht. „Das ist für viele ein Kulturwandel“, erzählt Menne – zum einen auf mentaler Ebene, weil der Tag ganz einfach anders strukturiert werden müsse, zum anderen aber eben auch, weil die Haptik eines Gerätes neu, der Umgang mit bestimmten Programmen nicht vertraut sei. „Der Frustlevel steigt“, erklärt der Hildener Unternehmer. „Workplace as a service“ gehört zu seinen Angeboten. Dahinter verbirgt sich die komplette Bereitstellung und Verwaltung einer IT-Infrastruktur durch einen Anbieter. Ganz vermeiden lassen sich Außeneinsätze für den Dienstleister freilich auch nicht. Viele telefonische Hilferufe könne man aber auch aus der Ferne bearbeiten. Und so haben Patrik Menne und Sven Budde ihre Mitarbeiter naturgemäß auch ins Home Office beordert.

 Mitinhaber der Firma ITgration Patrik Menne.

Mitinhaber der Firma ITgration Patrik Menne.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Der 2014 gegründete IT-Dienstleister bietet insbesondere mittelständischen Unternehmen Cloud Services und Managed Services. Seinen Sitz hat der Betrieb mit zehn Mitarbeitern in Hilden, Mühle 64. www.itgration.de

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