Hilden: Hildener Heide braucht Hilfe

Hilden: Hildener Heide braucht Hilfe

Die Biologische Station Haus Bürgel hat eine Bestandsaufnahme der Naturschutzgebiete Hildener Heide, Sandberg und Spörkelnbruch gemacht. Fazit: Dem Wald geht es gut, bei der Heide ist der Trend negativ.

Die Naturschutzgebiete Hildener Heide, Sandberg und Spörkelnbruch seien aufgrund ihrer ökologischen Wertigkeit von europäischer Bedeutung, betont Diplom-Ingenieur Ralf Badtke. Deshalb seien sie nach einer EU-Richtlinie als besonders schützenswertes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) ausgewiesen. Der Mitarbeiter der Biologischen Station Haus Bürgel hat im Auftrag der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises untersucht, wie es dort um die Tiere und Pflanzen bestellt ist. Ergebnis: Die Waldbereiche seien überwiegend in gutem Zustand. Vorkommen seltener Arten wie des Königsfarns seien in den Wäldern "seit Jahrzehnten stabil".

Vorschläge für Umweltausschuss

Anders sehe es dagegen bei den Heideflächen aus. Badtke: "Dort ist der Trend negativ." Die Heideflächen, die viele Sonne brauchen, litten unter stetig zunehmender Beschattung – obwohl man immer wieder Bäume und Büsche durch Rodung und Schafbeweidung zurückgedrängt habe. Arten der Roten Listen wie Zauneidechse, buntbäuchiger Grashüpfer, Moorlilie, Sonnentau und Glockenheide hätten sich aus der Fläche auf die wenigen besonnten Teilflächen zurückgezogen. Ein weiteres Problem stelle der stellenweise immense Druck durch freilaufende Hunde und Spaziergänger dar. Viele Bereiche rund um den Sandberg sind bereits stark geschädigt, hat Badtke festgestellt.

Er will dem am 12. September tagenden Umweltausschuss in Hilden ein Bündel von Verbesserungsvorschlägen unterbreiten. Zur Finanzierung könnten 2012 Mittel aus dem Förderprogramm "Eler" der EU und des Landes beantragt werden.

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Heideflächen vernetzen

Die Hundeauslaufwiese am Jaberg will Badtke nicht abschaffen: "Das Problem ist nicht die Hundewiese, sondern dass die Halter mit ihren Tieren weiter in die Heideflächen laufen." Deshalb sollten die vorhandenen Zäune, die die Heide schützen, ausgebessert werden, schlägt Badtke vor. Die Heideflächen am Sandberg müssten aufgelichtet, Bäume und Büsche entfernt werden. Kleine Heideflächen südlich des Sandbergs könnten vergrößert und besser miteinander verbunden werden. Die Läufe des Sand- und des Hoxbaches seien bei Wegdurchlässen häufig verrohrt. Kleinlebewesen und Fische könnten diese Hindernisse nicht mehr überwinden. Daher sollten die Bachrohre durch breite U-Profile mit natürlichem Material ersetzt werden.

Südlich des Spörkelnbruch gebe es Feuchtwiesen mit Tümpeln. Dort tummelten sich Libellen und Amphibien. Die Wiesen (dort wachsen unter anderem seltene Orchideen) sollten wie bislang vom Kreis Mettmann nur einmal im Jahr gemäht werden. Die Tümpel sollten durch Ausbaggern vor dem Verschlammen bewahrt werden.

(RP)
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