Postscriptum Die Woche in unserer Stadt: In der Demokratie entscheidet die Mehrheit

Nach eineinhalb Jahren kontroverser Diskussion hat der Stadtrat jetzt den Schulentwicklungsplan beschlossen. Endlich.

Demokratie lebt vom Streit – vom Wettstreit um die beste Lösung. Der Streit um den Schulentwicklungsplan ist jetzt beendet – durch eine Abstimmung im Hildener Stadtrat. Gut so. Denn die Auseinandersetzung wurde immer politischer, immer erbitterter geführt. Seit 1,5 Jahren wird über den SEP diskutiert. Schulleitungen, Fachleute, Verwaltung und Politik: Alle waren beteiligt. Jeder hat seine Argumente vorgetragen, und das nicht nur einmal. Strittig blieb: Wie viele Eingangsklassen darf die katholische Lindgren-Schule 2019/20 bilden? Drei (Schule) oder zwei (Verwaltung)? Dabei ist es häufig so, dass es hinter den vorgetragenen Argumenten noch andere Gründe gibt, die aber nicht offen ausgesprochen werden. Viele Eltern haben angeblich nichts gegen Inklusion, melden ihre Kinder aber bevorzugt in anderen Schulen an. Politiker haben den nächsten Wahltermin im Blick und versuchen sich als Volkstribune – vor allem, wenn die Zuschauertribünen im Ratssaal gut besetzt sind. Oder man enthält sich der Stimme, weil man in der Abstimmung nicht unterliegen will. Da werden wechselnde Abstimmungsergebnisse skandalisiert. Dabei sind sie normal. Und die Verwaltung ist nicht per se manipulativ, sondern sie sorgt für ein rechtssicheres Verfahren. Das liegt hier vor. Jetzt sollten sich alle wieder beruhigen. Was ist beschlossen worden? Die Eingangsklassen für 2019/20. Was dann kommt, wird man sehen. Wichtig ist, die Schulstandorte zu erhalten, nicht so wichtig ist ihre Organisation (allein/Verbund).

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