Hilden/Heiligenhaus: Hilden wird NRW-Zentrale des THW

Hilden/Heiligenhaus : Hilden wird NRW-Zentrale des THW

Das Logistik-Lager für Deutschland und zwei weitere Dienststellen ziehen auf ein Industrie-Areal am Westring.

Das Technische Hilfswerk ist neben der Freiwilligen Feuerwehr eine der größten Katastropherschutzsorganisationen des Landes. Die Bundesanstalt beschäftigt rund 1200 hauptamtliche Mitarbeiter und kann auf mehr als 81.000 ehrenamtliche Helfer zurückgreifen. In etwa zwei Jahren wird das THW sein zentrales Logistik-Lager für ganz Deutschland in Heiligenhaus aufgeben und nach Hilden verlagern.

"Der Landesverband zieht um nach Hilden", bestätigt der THW-Landesbeauftragte Hans-Ingo Schliwienski auf Anfrage unserer Zeitung: "An den Westring in die Räume einer ehemaligen Fleischverpackungsfabrik. Wir stecken noch in einer ganz frühen Planungsphase."

Das ehemalige Vion-Areal am Hildener Westring. Foto: Staschik

Mit dem Logistik-Lager werden auch die Regionalstelle Düsseldorf mit Sitz in Ratingen und die Dienststelle des Landesbeauftragten für NRW (heute in Heiligenhaus) nach Hilden verlagert. Das Bundesamt für Immobilienaufgaben erwirbt das Areal und richtet es für das THW als Mieter her.

Seit Ende der 1990er Jahre beliefert das Logistik-Zentrum in Heiligenhaus die mehr als 81.000 THW-Helfer mit ihrer persönlichen Einsatzkleidung. Hinzu kommt die zentral beschaffte technische Ausrüstung für die rund 8400 Einsatzfahrzeuge. Das heutige Logistik-Zentrum verfügt über rund 5000 Paletten-Plätze und gut 10.000 Quadratmeter Hallenfläche. Die Hallen in Heiligenhaus taugen nicht mehr, eine Sanierung lohnt nicht, haben die Fachleute der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben festgestellt.

Deshalb soll in Hilden ein modernes Hochregallager entstehen. Ein alternativer Standort für Heiligenhaus wird bereits seit zwei Jahren gesucht. Zunächst war Düsseldorf-Derendorf im Gespräch. Für Hilden spricht unter anderem die hervorragende Verkehrsanbindung. Das Autobahnkreuz Hilden liegt von dem neuen Standort nur etwa vier Kilometer entfernt.

Wenn das Landes-THW wie geplant in zwei Jahren nach Hilden zieht, bringt die Bundesanstalt gut 60 Arbeitsplätze mit: Im Logistik-Zentrum arbeiten etwa 20 Mitarbeiter, in der Regionalstelle gut zehn und in der Dienststelle des Landesbeauftragten knapp 30.

Das Areal, das das THW ins Auge gefasst hat, wurde früher vom Fleischkonzern Vion genutzt. Ende 2013 lief der Mietvertrag für zwei der drei Gebäude am Westring aus. Das Unternehmen nannte dies als Grund, um Teile der Produktion zu verkaufen und den internationalen Fleischhandel an andere Standorte zu verlagern. Rund 250 Arbeitsplätze fielen damals in Hilden weg.

Für den Bereich gibt es einen gültigen Bebauungsplan, bestätigt Lutz Groll vom Planungsamt: "Er legt ein Industriegebiet fest. Grundsätzlich sind dort auch Lagerhäuser und öffentliche Betriebe wie das Technische Hilfswerk möglich." Die Stadt muss den Bebauungsplan also nicht ändern oder gar neu aufstellen. Auch Kai Kröger, Teamleiter der städtischen Wirtschaftsförderung hat schon von den Umzugsplänen der Bundesanstalt gehört: "Wir freuen uns, wenn das THW kommt. Das ist gut für den Standort Hilden."

(RP)
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