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Hilden: Verein stimmt sich  auf St. Martin ein

Rudelsingen in Hilden : Premiere fürs St.-Martins-Rudelsingen

Der eigentliche Umzug ist zwar erst am Sonntag, die Lieder wurden aber schon jetzt auf dem Alten Markt geübt.

Ein buntes Lichtermeer erstreckt sich über dem alten Markt. Zahlreiche Kinder haben ihre meist selbst gebastelten Laternen angezündet. Dazu singen sie lautstark „St. Martin, St. Martin – St. Martin ritt durch Schnee und Wind“, oder „Ich geh’ mit meiner Laterne.“ Selbst St. Martin und der Bettler fehlen am frühen Mittwochabend nicht, dafür allerdings ein richtiger Umzug, der sich in Bewegung setzt. Bei der Veranstaltung, die der Sankt-Martinsverein Hilden-Süd zum ersten Mal in diesem Jahr organisiert hat, handelt es sich um ein Gemeinschaftliches Singen der Sankt Martins-Lieder unter Leitung von Martin Falke.

„Wir möchten die alte Tradition pushen“ erklärt Vereinssprecher Hans-Peter Rauscher. Seit einem Jahr ist die Tradition des Sank Martins als immaterielles Kulturerbe des Landes Nordrhein-Westfalen anerkannt. Das soll auch gefördert werden, erläutert Rauscher.

Mit dem Andrang am Mittwoch auf dem Alten Markt kann sich der Verein zufrieden zeigen. Mehrere Kindergärten, darunter die Gruppen „Die Arche“ und „Zur Verlach“, hatten im Vorfeld ihr Kommen angesagt. Die Schwestern Ella (2) und Lotta (4) sind mit ihren Eltern und ihrer Oma auf den Marktplatz gekommen und halten stolz ihre selbst gebastelten Laternen in die Höhe, Ella einen Vogel und Lotta ein Herz. „Meine Kinder mögen Sankt Martin. Zu Hause haben wir noch mehr Laternen gebastelt“, erklärt Mama Sabrina Paul. Die kommen dann wahrscheinlich bei den St.-Martinsumzügen des Kindergartens, und wenn am Sonntag der große Umzug des Martinsvereins ist, zum Einsatz.

Beate Heuwind gefällt das Rudelsingen im Vorfeld des Umzugs. „Das ist super, dass gesungen wird“, sagt die Mutter zweier Kindern. „So werden die Kleinen ans Singen herangeführt.“

Genau das möchte der Sankt Martinsverein Hilden-Süd auch erreichen. „Insgesamt wird in den vergangenen Jahren weniger gesungen“, erläutert Rauscher. „Mit dem Gemeinschaftssingen können die Kinder die Lieder üben.“ So bleibt es auf dem Marktplatz auch nicht beim einmaligen Anstimmen des Liedes „St. Martin“ unter der Leitung von Musiklehrer und Vereinsmitglied Martin Falke. Doch das stört die Anwesenden nicht. Gerne stimmen sie ein. „Mein Sohn Niklas singt sogar schon seit September Martinslieder“, berichtet Heuwind.

Nicole Wegner, Erzieherin der Awo-Kita „Zur Verlach“ ist selbst seit sechs Jahren Mitglied im Martinsverein und weiß, wie wichtig die Pflege von Traditionen ist. „In der Kita haben wir ganz viel rund um das Thema St. Martin gemacht, nicht nur gesungen und die Geschichte erzählt“, berichtet sie. „Mit den Kindern haben wir beispielsweise auch Weckmänner gebacken.“ Über diese Pflege der Tradition freut sich Vereinsvorsitzender Udo Töpfer. Allerdings beklagt er, dass obwohl die Veranstaltungen des Martinsvereins gut angenommen werden, dem Verein selbst Nachwuchs fehle.

(isf)