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Hilden Streit zum Karnevalszelt

Hilden : Karnevalszelt wird Fall für die Justiz

Das Carnevals Comitee Hilden hat dem Zeltbetreiber den laufenden Vertrag gekündigt. Jetzt droht ein Prozess.

Dass Karneval die „ernsteste Sache der Welt ist“, wird von Fastelovendsmuffeln immer wieder gerne mal behauptet. Vorgänge wie der jetzt bekannt gewordene Streit um das Festzelt in Hilden sind jedoch perfekt dazu angetan, die Vorurteile zu bestätigen.

Der Knatsch des neu gewählten Vorstands im Carnevals-Comitee Hilden mit Zeltbetreiber Markus Herweg könnte bald sogar die Justizbehörden beschäftigen. Herweg, der seit Jahren für die Zeltgastronomie während der Tollen Tage verantwortlich zeichnet, bestätigte Freitag auf Anfrage unserer Zeitung jedenfalls, er habe sich „einen Anwalt genommen“ und werde die Angelegenheit notfalls vor Gericht klären.

Was ist passiert? Den Äußerungen des Geschäftsmannes zufolge hat der neue Vorstand des CCH den Vertrag mit ihm über den Betrieb des Karnevals-Festzelts am Alten Markt überraschend gekündigt, obwohl dieser eigentlich noch etwa vier Jahre laufen würde.

„Der neue Vorstand erhebt den Vorwurf, ich hätte Geld überhaupt nicht beziehungsweise zu spät gezahlt“, berichtete Herweg. Ins Detail wollte er wegen der möglichen juristischen Auseinandersetzung nicht gehen, fügte aber mit Nachdruck hinzu: „Ich habe alle Zahlungen geleistet. Das kann ich jederzeit belegen.“

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Dennoch habe die neue Spitze der Hildener Jeckenvertretung ihm den laufenden Vertrag gekündigt. „Ich bin einer der größten Sponsoren des Hildener Karnevals, weil ich Jahr für Jahr eine große Summe aus dem Zeltvertrag leiste“, betont Herweg. Die Rede ist von einem fünfstelligen Betrag. „Dass jetzt so mit mir umgesprungen wird, kann ich nicht akzeptieren, zumal ich mit dem alten Vorstand nie Probleme hatte.“

Das Carnevals Comitee hatte bei seiner Hauptversammlung im Juni eine neue Leitung gewählt. Der geschäftsführende Vorstand um Thomas Scharnweber war nicht mehr angetreten. Zum neuen Präsidenten  wurde Daniel Pitschke bestimmt.

Der behauptete gestern auf Anfrage, von allem nichts zu wissen. „Ich bin im Urlaub“, sagte er. „Ich habe keine Kenntnis von einer Kündigung.“ Herwegs Aussage zufolge ist die Kündigung des Zeltvertrags jedoch vom aktuellen Vorstand (damit auch von Pitschke) ausgesprochen.

In Karnevalisten-Kreisen wurde gestern spekuliert, bei dem Streit gehe es gar nicht so sehr um wirtschaftliche Dinge, sondern vielmehr um eine persönliche Abrechnung. Im selben Jahr, in dem Markus Herweg in Hilden zum Karnevalsprinzen der Session 2009/10 gewählt wurde, sei nämlich auch Daniel Pitschke für das Amt angetreten.

 Herweg sieht die Kündigung als persönlichen Angriff. Der Effekt sei allerdings, „dass ich durch diese Maßnahme bereits jetzt wirtschaftlichen Schaden erlitten habe“. Insofern werde er das CCH auch auf Schadenersatz verklagen.

„Meine Eltern, meine Kinder und ich selber – wir alle haben diverse karnevalistische Ämter bekleidet und viel für den Karneval in der Itterstadt getan“, sagt der Geschäftsmann. Er sei absolut nicht gewillt, sich jetzt „auf diese Weise abservieren zu lassen“.