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Hilden: Stolpersteine für Familie Meyer in der Bücherei

Hilden : Stolpersteine für Familie Meyer in der Bücherei

Jährlich am 9.November, dem Jahrestag der Pogromnacht 1938, erinnert Hilden durch einen Sterngang entlang der verlegten Stolpersteine, eine Kranzniederlegung am Gedenkstein im Stadtpark und einen ökumenischen Gottesdienst an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors in der Stadt. Bedingt durch Baumaßnahmen auf dem Grundstück Gerresheimer Straße 189/191 wurden die vier hier verlegten Stolpersteine aus dem Bürgersteig entnommen.

Deshalb hat sich der Arbeitskreis Stolpersteine in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Hilden entschieden, die Steine für Minna Meyer, (geb.Cohn), Nathan Meyer, Edith Hannelore Cohn und Klara Wege (geb. Meyer) in einer Vitrine auszustellen. Hier finden sich auch weitere Informationen zu Leben und Schicksal der Familie Meyer.

Sie betreffen ebenso Leo Meyer, zu dessen Gedenken der Rat der Stadt Hilden gerade beschlossen hat, eine Stele entwerfen und errichten zu lassen. Im Ersten Weltkrieg half der jüdische Kaufmann als deutscher Soldat französischen Flüchtlingen in Belgien  – mit 5000 Goldmark aus eigener Tasche, damals ein Vermögen. Von den Nazis wurde der „gute Deutsche“ verfolgt. NS-Ortsgruppenleiter Heinrich Thiele eignete sich die Immobilien der Familie in Hilden an. Leo Meyer kehrte nach Deutschland zurück und klagte dagegen – und fand keine Gerechtigkeit. Krank und zermürbt starb er 1953 mit 58 Jahren.

Leo Meyer war der Sohn von Nathan Meyer, Ehemann von Minna Meyer und Vater von Edith Hannelore Cohn, Klara Wege war seine Schwester. Die Vitrine befindet sich derzeit im 2. Stock der Stadtbücherei Hilden ,Nové Mesto-Platz 3, und kann während der derzeitigen Öffnungszeiten besichtigt werden. Coronabedingt ist der Zutritt zur Bibliothek auf eine Stunde begrenzt und nur mit Mund-/Gesichtsschutz und nach Registrierung über den Büchereiausweis möglich.

Besucher ohne Bibliotheksausweis stellt das Team einen kostenlosen Büchereiausweis aus, der den Zugang ermöglicht, aber keine Möglichkeit der Ausleihe von Medien bietet (da dies mit einer Jahresgebühr verbunden ist).