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Hilden: Sperrmüll-Trittbrettfahrer verzögern Hilfe für Hochwasseropfer

Aufräumarbeiten in Hilden : Sperrmüll-Trittbrettfahrer verzögern Hilfe für Hochwasseropfer

Sperrmüllberge säumen nach den Unwettern die Straßen in Hilden. Zwischen aufgequollenen Sofas und Schränken findet sich aber auch allerlei Abfall, der dort nichts zu suchen hat. Das erschwert die Entsorgung.

Hildener helfen Hildenern – bereits seit Mittwochnacht unterstützen sich Nachbarn gegenseitig beim Abpumpen des Wassers, beim Ausräumen der Kellerräume, mit gebrauchten Möbeln oder einem warmen Mittagessen. Die größte Hilfe geschieht vor allem im Kleinen. Auch die Stadt bietet den Flutopfern Hilfe an, indem sie die beschädigten Möbel und den überfluteten Keller­inhalt von Mitarbeitern des Bauhofs abholen lässt. Doch das scheinen einige Hildener nun nutzen zu wollen, um normalen Sperrmüll und anderen Abfall loszuwerden. Ein echtes Ärgernis, wie Bauhofleiter Ulrich Hanke berichtet.

Wie groß der Schaden durch das Unwetter in der vergangenen Woche ist, lässt sich momentan vor allem an den Sperrmüllhaufen im gesamten Stadtgebiet erkennen. Hinter jedem Möbelberg verbirgt sich ein feuchter Keller, der nun fachgerecht – und meist sehr kostspielig – wieder getrocknet werden muss.

 Rund 100 Helfer haben die Keller am Nove-Mesto-Platz leergeräumt.
Rund 100 Helfer haben die Keller am Nove-Mesto-Platz leergeräumt. Foto: Claus Pommer

Seit Sonntag holt der Bauhof den Sperrmüll der Flutopfer ab. Dafür hat Leiter Ulrich Hanke zusätzliche Mitarbeiter aus anderen Abteilungen zusammengezogen. Fast zehn Fahrzeuge sind im Einsatz. Unter Telefon 02103 72-1734 können Hochwasser-Geschädigte ihren Sperrmüll anmelden. „Viele beschweren sich, dass die Nummer ständig besetzt sei. Das stimmt auch – weil wir regelrecht überrannt werden.“ Bereits vier Mitarbeiter nähmen die Anrufe entgegen. Alternative: Eine E-Mail mit der Adresse an sperrgut-hochwasser@hilden.de. Wem das möglich ist, der kann sein Hochwasser-Sperrgut auch kostenfrei auf dem städtischen Bauhof Auf dem Sand abgeben.

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Die Bereitschaft, Flutopfern zu helfen ist groß. Das zeigte die Aufräumaktion auf dem Nove-Mesto-Platz am Sonntag, wo rund 100 freiwillige Helfer mit anpackten (siehe Zusatztext). Es gibt aber offenbar auch zahlreiche Zeitgenossen, die die Sonder-Sperrgutaktion nutzen, um ihre Keller zu entrümpeln. „Unser Eindruck ist: Rund 50 Prozent des Sperrguts am Straßenrand hat nie im Wasser gestanden“, sagt Bauhofleiter Ulrich Hanke: „Wir fangen aber nicht an, vor Ort zu sortieren. Dieser reguläre Sperrmüll macht uns zusätzlich Arbeit und hindert uns daran, den tatsächlichen Flutopfern zu helfen.“

Hanke geht davon aus, dass die Flutopfer-Sperrgutaktion noch viele Tage, vielleicht sogar mehrere Woche dauern wird: „Wir werden das in dieser Woche nicht schaffen. Das ist schon absehbar.“

Hinzu kommt: Normalerweise wird das Sperrgut nach Langenfeld gefahren und dort umgeladen. Diese Ablieferstelle ist aber zurzeit nicht nutzbar, weil dort der Strom ausgefallen ist. Die Sperrgut-Laster müssen nach Mettmann fahren, um dort ihre Last loszuwerden. Das bedeutet: zusätzliche Kilometer und mehr Fahrzeit.

In Langenfeld haben Hausbesitzer bereits die Polizei wegen einer angeblichen Plünderung gerufen. Dort hatten sich offenbar Unbekannte auf dem Grundstück mit dem wegen des Hochwassers leerstehenden Hauses herumgetrieben. Die Beamten schätzen die Situation jedoch nicht als Plünderei ein. Aus Hilden, Haan oder den anderen Städten des Kreises sind solche Vorfälle bisher nicht bekannt.