Hilden: "Schneeflocken" mitten im Sommer

Hilden: Weiße Flocken geben Rätsel auf

Hanns-Peter Schier wundert sich über das, was er morgens vorfindet. Der Ursprung für den Niederschlag ist unklar.

Der Himmel ist wolkenlos, die Sonne scheint, das Thermometer seit Monaten aus den Minus-Graden heraus. Und doch schneit es bei Hanns-Peter Schier und seiner Frau Jutta seit einigen Wochen regelmäßig. Das Ehepaar wohnt zwar im Hildener Norden. Jedoch sicherlich nicht so viel näher am Nordpol, dass sich mitten im Hochsommer dort Schneeflocken bilden könnten, während die Bewohner im restlichen Stadtgebiet schwitzen.

Jeden Morgen greift der 71-Jährige zum Besen und fegt die kleinen weißen Flöckchen zusammen, die sich – offenbar über Nacht – auf seiner Holzdielen-Terrasse und auf seinem Rasen gesammelt haben. Die Flöckchen sind so leicht, dass sie schon beim leichtesten Windhauch wild durcheinanderwirbeln.

Schier hat den seltsamen Niederschlag in Augenschein genommen. Man kann die Flocken – allerdings sehr vorsichtig! – auf die Handfläche legen. Schmelzen tun sie nicht. Wenn Schier sie mit der Fingerspitze berührt oder leicht zerdrückt, fallen sie auseinander in viele winzig kleine Kügelchen. Diese fühlen sich an wie feine Sandkörner, nur viel viel leichter.

Hanns-Peter Schiers erster Gedanke, als die Flocken vor ein paar Wochen erstmals auftauchten – oder besser gesagt herab rieselten –, war Styropor. „Vor etwa zwei Jahren hatten wir einen ähnlichen Fall“, erzählt er, „da haben Spatzen an unserer Dachgaube herum gepickt, bis sie einzelne Stücke aus der Isolierung heraus geholt hatten.“ Doch die Kügelchen von damals sahen ganz anders aus als die von heute. Die habe man auf den ersten Blick als Styropor erkennen können.

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Seine nächste Vermutung in den ersten Tagen war, ein Gebäudebrand oder ein Flächenfeuer könnte Asche oder irgendwelche Schadstoffe in den Himmel gewirbelt haben, die nun langsam herabregnen. Schier und seine Frau machten sich Sorgen, die Flocken könnten aus einer gesundheitsgefährdenden Substanz bestehen.

Doch ein Anruf bei der Hildener Feuerwehr ergab keine größeren Einsätze im fraglichen Zeitraum, die der Ursprung für den Sommerschnee sein könnten. Zumal der Niederschlag über Wochen anhielt. Auch seine Nachbarn, auf den „Schnee“ angesprochen, bestätigten, dass sie ähnliche Beobachtungen in ihrem Garten gemacht hätten.

Und auch die Idee, es könne sich um Pappelsamen handeln, verwarf das Ehepaar schnell wieder. Denn die Samen des Pappelbaumes erinnern eher an Watte, die sich, je nach lokaler Konzentration der Bäume, wie ein Teppich über den Boden lagen kann. Das sieht flauschig aus. Damit haben die Flocken bei Schiers im Garten rein optisch überhaupt nichts gemein. Hanns-Peter Schier hat inzwischen ein kleines Häufchen der weißen Flocken gesammelt und will diese nun gründlich untersuchen lassen. Denn ausschließen könne man nach wie vor nicht, dass es sich dabei um etwas möglicherweise Gesundheitsgefährdendes handelt.

Gewissheit hätte man erst, wenn die Probe entsprechend eingehend untersucht sei.

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